Projekt von Forschungsstellen und Anglern Totholz am Linner See soll Artenvielfalt erhöhen

Von Horst Troiza

Der Linner See soll mit dem Totholzeintrag eine Erhöhung der Artenvielfalt und der fischereilichen Qualität erreichen. Vorn von links Harry Ferch vom Vorstand der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung, der Biologe Thomas Klefoth und der NWA-Vorsitzende Hans Macke. Foto: Horst TroizaDer Linner See soll mit dem Totholzeintrag eine Erhöhung der Artenvielfalt und der fischereilichen Qualität erreichen. Vorn von links Harry Ferch vom Vorstand der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung, der Biologe Thomas Klefoth und der NWA-Vorsitzende Hans Macke. Foto: Horst Troiza

Bissendorf. Bündel von Totholz sollen an der Uferzone des Linner Sees in Bissendorf versenkt werden, um so die Flachwasserzone zu erweitern. Ziel dieses Projekts ist, die Artenvielfalt zu erhöhen und die fischereiliche Qualität zu verbessern. Das Gewässer befindet sich im Besitz der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung (NWA), die mit dieser Maßnahme an einem Projekt mehrerer universitärer Forschungsstellen teilnimmt.

Die winterliche Ruhe an dieser entlegenen Stelle Bissendorfs wurde vom Dröhnen schweren Gerätes gestört. Stundenlang hievte ein Bagger mit einer Greifvorrichtung schwere Bündel mit Ast- und Kronenschnitt von Bäumen auf das Wasser, wo mehrere Boote unterwegs waren. Deren Besatzungen nahmen die Bündel längsseits und bugsierten sie an vorher festgelegte Stellen, wo sie versenkt wurden.

Damit die Totholzgebinde, alle mit einem Gewicht von etwa 300 Kilogramm dauerhaft unter Wasser bleiben, wurden sie mit Kies befüllten Jutesäcken beschwert. Allein der Materialeinsatz für diese Maßnahme am Linner See beläuft sich auf 190 Holzbündel aus je 1,2 Kubikmeter Holz und etwa neuneinhalb Tonnen Sand für die Füllung der Säcke.

Was bei dem Projekt „Flachwasserzone“ herauskommen soll, erklärten der Biologe Thomas Klefoth vom Anglerverband Niedersachsen und der NWA-Vorsitzende Hans Macke. „Das Projekt richtet sich gezielt auf die Vereinbarkeit von Schutz und Nutzung der Seen. Wir wollen nachweisen, dass von solchen einfachen strukturverbessernden Maßnahmen sowohl der Mensch als auch die Natur profitieren kann“, sagt Klefoth. Wenn sich der natürliche Zustand verbessert, profitiert also auch der Mensch davon. Auch der NWA Vorsitzende Macke ist von diesem Projekt überzeugt. „Mit dieser Aktion leisten wir einen großen Beitrag zum Wohl der Natur und für unsere angelnden Mitglieder“. Die Schutz- und Ruhezonen der Fische werden größer, davon profitieren zusätzlich Insekten und Vögel. Ähnliches wird gegenwärtig an acht Gewässern in Niedersachsen durchgeführt, unter anderem am Schleptruper See in Bramsche.

Initiator ist „Baggersee“, ein Gemeinschaftsprojekt des Anglerverbands Niedersachen, dem Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der TU Berlin, an dem niedersachsenweit 20 Angelvereine beteiligt sind. Das Projekt, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird, läuft noch bis 2022, erste Zwischenergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet.