Birte Peisker will Einblick geben Bissendorfer Försterin bloggt auf „Wald in Sicht“ über ihre Arbeit

Von Carolin Hlawatsch


Bissendorf. Ist Birte Peisker Deutschlands erste Försterin, die einen Blog über die Arbeit in der Natur, sowie über verschiedene Aspekte der Forstwirtschaft schreibt? „Scheint so“, sagt die junge Bissendorfer Bezirksförsterin und tippt nach einem Arbeitstag im Freien in ihrem Büro einen nächsten Beitrag in ihren Online-Blog „Wald in Sicht“.

Entstehen soll an diesem Januarabend ein Bericht über die Auswirkungen des Sturms Friederike. „Der Sturm war nicht so verheerend wie Kyrill damals, aber hat doch auf vielen Flächen Bäume entwurzelt“, sagt Birte Peisker (26). Mit ihrer Kamera dokumentierte sie in Bissendorfs Ortsteil Natbergen einige Sturmschäden. Diese Bilder werden nun ihren Text im Blog begleiten. „Ich suche mir zumeist die Forst-Themen aus, die gerade aktuellen Bezug haben, im Sommer zum Beispiel das Borkenkäfer-Problem oder im Herbst die Werkholzversteigerung“. 

Werdegang

Seit dem 1. April 2016 arbeitet Birte Peisker als Bissendorfs Bezirksförsterin beim Forstamt Weser-Ems. Zuvor studierte sie Forstwissenschaften an der Technischen Universität Dresden und absolvierte 2014 ihr Anwärterjahr beim Forstamt Uelzen. Den Blog „Wald in Sicht“ rief Birte Peisker im Juni vergangenen Jahres ins Leben. Mit diesem Hobby möchte sie Einblicke in die Försterei in niedersächsischen Wirtschaftswäldern geben, in Areale, die im Gegensatz zu reinen Naturwäldern auch für die Holzernte genutzt werden. „Ich möchte zeigen, dass sich Holznutzung und Naturschutz nicht ausschließen. Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion müssen im Wirtschaftswald den gleichen Stellenwert haben“, betont sie.  

Zielgruppe ihres Blogs, den sie mit Hilfe des Programms „Blogger.com“ selbst designte, seien alle diejenigen, die sich für den Wald und für den Beruf des Försters interessieren. „Schön wäre es, wenn ich auch Leute erreiche, die sich der Wohlleben-Theorie verschrieben haben“, meint die junge Försterin. Sie spielt damit auf Deutschlands berühmtesten Förster Peter Wohlleben an, der mit seinen Bestsellern wie „Das geheime Leben der Bäume“ und zahlreichen Auftritten in Talkshows im Fokus der Öffentlichkeit steht und Gemüter spaltet. 

Moderner Forstwirtschaft den Schrecken nehmen

Wohlleben zeichne, so Birte Peisker, ein verklärtes, romantisiertes Bild vom Wald und verteufle die moderne Forstwirtschaft. „Ich finde es wichtig, auch mal zu zeigen, dass ein Wald durch wirtschaftliche Nutzung nicht zerstört wird“, sagt sie. Der modernen Forstwirtschaft müsse der Schrecken genommen werden. „Wir nutzen noch nicht mal so viel Holz, wie nachwächst.“ Während die Försterin an ihrem Blog arbeitet, liegt ihr Münsterländerhündin Branca zu Füßen und träumt vom nächsten Einsatz im Wald. Was Birte und Branca dabei erleben, liest man dann auf „Wald in Sicht“.  

Birte Peiskers Blog beantwortet Fragen wie „Welche Pilze können welche Baumarten befallen?, „Wie werden neue Kulturen im Wald gepflanzt?“ und „Wie viel Wert ist das Holz von Buche oder Fichte?“.

„Wald in Sicht“ findet man im Internet auf www.waldinsicht.blogspot.de; Facebook: Wald in Sicht; Instagram: wald_in_sicht