Etwa 100 Grundstücke in Wissingen Planungen für Baugebiet trotz drohender 380-kV-Trasse fortgesetzt

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Eigentlich sollte die Änderung des Flächennutzungsplanes für das Baugebiet Wissingen-Nord als Formsache durchgewunken sein, wenn nicht die 380-Kilovolt-Hochspannungstrasse wie ein Damoklesschwert über dem Planverfahren schweben würde. Archivfoto: Heiner BeinkeEigentlich sollte die Änderung des Flächennutzungsplanes für das Baugebiet Wissingen-Nord als Formsache durchgewunken sein, wenn nicht die 380-Kilovolt-Hochspannungstrasse wie ein Damoklesschwert über dem Planverfahren schweben würde. Archivfoto: Heiner Beinke

Bissendorf. Eigentlich sollte die Änderung des Flächennutzungsplanes für das Baugebiet Wissingen-Nord als Formsache durchgewunken sein, wenn nicht die 380-Kilovolt-Hochspannungstrasse wie ein Damoklesschwert über dem Planverfahren schweben würde. Trotzdem will der Bissendorfer Planungs- und Entwicklungsausschuss am bisherigen Vorhaben festhalten. Beschlossen wurde außerdem eine Flächennutzungsänderung in Nemden.

„Es ist schon merkwürdig, wenn Änderungen im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) ohne Abstimmung mit der Gemeinde einfließen“, sagte Bürgermeister Guido Halfter und machte damit seinen Unmut deutlich. Wie der Fachausschuss will er an den Planungen für ein Baugebiet in Wissingen-Nord festhalten. Die Ziele der regionalen Raumordnung seien für die Gemeinden zu beachten, doch in diesem Fall habe die Gemeinde ihre Planung weit vor der Änderung des RROP festgelegt, betonte auch Städteplaner Johannes Eversmann.  (Weiterlesen: 380-kV-Leitung: Bürgerinitiative fordert Erdkabel)

Planung seit 2013

Schon im Herbst 2013 hatte sich der Rat für die Flächennutzungsänderung und den Beginn des Bauleitverfahrens nördlich des Heidewegs ausgesprochen, wonach ca. 100 Grundstücke zur Verfügung gestellt werden sollten. Ein Problem gab es schon damals: die 220 kV Stromleitung, die über das Gebiet führt. Im Bereich der bestehenden Freileitung sei die Anlage von Regenrückhaltebecken möglich, also kaum eine Planungseinschränkung nötig, so Eversmann.

Erdverkabelung als Lösung

Das Problem der Stromleitung ist erheblich größer geworden, denn Stromnetzbetreiber Amprion überlegt, in der Trasse der bestehenden 220-kV-Leitung, die 380 kV Höchstspannungsbahn zu verlegen. Sollte es dazu kommen, wäre ein Bauen hier nicht mehr möglich, denn im Trassenverlauf muss ein Mindestabstand von 400 Metern zur Bebauung eingehalten werden. Auch wegen der bereits bestehenden Bebauung sei der Verlauf der Höchstspannung hier nicht geeignet, so ein Argument der Gemeinde. Einzige Möglichkeit, dem Dilemma zu entgehen, sei die Erdverkabelung, so Johannes Eversmann. Diese Lösung würde ein künftiges Baugebiet nicht gefährden.

Er empfahl den Ausschussmitgliedern trotz der Bedenken der Gemeinde Belm, der Stadt Osnabrück, des Landeskreises Osnabrück und der Amprion am bisherigen Planverfahren festzuhalten. Man setze jetzt auf den Dialog und möglichst bald auf eine Entscheidung zur Trassenfindung. „Wir halten nicht an unseren Planungen fest, um den Trassenverlauf zu verhindern, sondern um die Ortsentwicklung voranzutreiben“, stellte Bürgermeister Halfter klar.

Neue Voraussetzungen in Nemden geschaffen

Auch eine zweite Änderung des Flächennutzungsplanes wurde einstimmig beschlossen. Es handelt sich um eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche im Außenbereich des Ortsteiles Nemden. Ein Grundstückseigentümer beabsichtigt dort, seinen gastronomischen Betrieb zu erweitern. Das ist nur möglich, wenn Grundstückteile in den Innenortsbereich von Nemden einbezogen werden. Mit dem neuerlichen Beschluss nach dem Beteiligungsverfahren hat die Gemeinde jetzt die planerische Voraussetzung zur Erweiterung des Betriebes geschaffen.

 


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