Seit 1. Januar in Bissendorf Alexandra Neumann-Hillebrand ist neue Jugendpflegerin

Von Constantin Binder

Starker Start: Bissendorfs neue Jugendpflegerin Alexandra Neumann-Hillebrand hat im Rathaus bereits Eindruck gemacht. Foto: Michael GründelStarker Start: Bissendorfs neue Jugendpflegerin Alexandra Neumann-Hillebrand hat im Rathaus bereits Eindruck gemacht. Foto: Michael Gründel

Bissendorf. Bissendorf hat eine neue Jugendpflegerin: Seit 1. Januar ist Alexandra Neumann-Hillebrand bei der AWO Osnabrück für die Gemeinde tätig. Die Verwaltung ist von der 24-Jährigen begeistert – nicht nur, weil sie morgens als eine der ersten im Rathaus aufschlägt.

Vier Wochen erst ist Alexandra Neumann-Hillebrand im Amt, doch sie scheint längst angekommen zu sein. Klar und entschlossen stellt sie sich als neue Jugendpflegerin der Gemeinde Bissendorf vor, ein beidseitig bedrucktes Din-A-4-Blatt mit ihren Zielen liegt vor ihr auf dem Tisch, hier und da hat sie handschriftliche Anmerkungen notiert. „Ich will die Interessen der Jugendlichen in den Mittelpunkt meiner Arbeit stellen“, sagt sie, daran wolle sie anknüpfen. In der Oberschule am Sonnensee habe sie bereits alle Klassen besucht, um sich vorzustellen; ihre ersten Kreativangebote in der Nachmittagsbetreuung habe sie bereits abgehalten. Keine Frage, Neumann-Hillebrand geht ihren Job hochprofessionell an.

Der erste „richtige Job“

Dabei sei dies ihr „erster richtiger Job“, wie die 24-Jährige verrät. In Vechta hat sie Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften auf Bachelor studiert, in Osnabrück dann ihren Master im Fach Soziale Arbeit gemacht. Geboren und aufgewachsen ist sie in Oldenburg, seit zweieinhalb Jahren lebt sie in Osnabrück. „Mir war früh klar, dass ich mit Menschen arbeiten möchte“, sagt Neumann-Hillebrand; schon als Jugendliche sei sie Gruppenleiterin in Ferienlagern gewesen und habe als Babysitterin gearbeitet. In ihrer Freizeit male sie und treibe Sport.

Zusammenarbeit mit der Awo

Die Stelle der Jugendpflegerin hat sie von Kerstin Meyer zu Lösebeck übernommen, die die Gemeinde Ende Oktober verlassen hat – „der Liebe wegen“, wie Bürgermeister Guido Halfter sagt. Das zu betonen ist ihm wichtig: Die Kündigung habe nichts mit der Arbeit zu tun gehabt. Für Neumann-Hillebrand ist Halfter bereits voll des Lobes: „Die ersten Tage haben bestätigt, dass die Awo richtig entschieden hat“, sagt er. Wie ihre Vorgängerin ist Neumann-Hillebrand formal beim Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt beschäftigt, ihre Stelle wird aber von der Gemeinde bezahlt, und auch ihren Arbeitsplatz hat sie im Rathaus. Die Gemeinde sei allein nicht in der Lage, die Jugendpflegerin angemessen zu begleiten, sagt Halfter und verweist auf die fachliche Kompetenz der Awo und deren Supervisionen und Weiterbildungen. Oder, wie Thomas Ewert, Awo-Fachbereichsleiter Jugend, Familien und Integration, es ausdrückt: „Wir bringen das Know-how mit.“

„Ich möchte nicht alles vorgeben“

Zu ihren Aufgaben zählt Neumann-Hillebrand vor allem die offene Jugendarbeit, Angebote, die die Jugendlichen von sich aus nutzen können. Dazu gehören Angebote in der Ganzstagsbetreuung an der Oberschule und die Ferienspaßprogramme zu Ostern und im Sommer. Hier wolle sie eine „konstante Beziehung“ zu den Jugendlichen aufbauen, sagt sie – vor allem aber wolle sie die Jugendlichen in ihre Planungen mit einbeziehen. „Ich möchte meine Angebote offen gestalten, nicht alles vorgeben.“ So sollen die Teilnehmer selbst entscheiden können, worauf sie Lust haben.

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Darüber hinaus wird Neumann-Hillebrand auch sogenannte aufsuchende Jugendarbeit betreiben – für diejenigen, die sie mit ihren Angeboten nicht erreicht. „Hier will ich Vertrauen aufbauen“, sagt sie; dafür suche sie gerade nach Anknüpfungspunkten: „Ich will zum Beispiel verstehen, wo sich die Jugendlichen gerne aufhalten.“ In ihrer Funktion ist die neue Jugendpflegerin zudem Mitglied des Präventionsrates: Im Arbeitskreis Sucht unterstützt sie den Fachdienst 3 Ordnung und Soziales zum Beispiel bei Testkäufen, mit deren Hilfe überprüft werden soll, ob Geschäfte tatsächlich keinen Alkohol an Jugendliche verkaufen. Ebenso engagiert sie sich im Arbeitskreis Familienbündnisse und unterstützt die Koordinatorin der Flüchtlingsbetreuung in der Gemeinde, Meike Köpke.

Früher da als der Fachdienstleiter

Es gibt also viel zu tun für Neumann-Hillebrand – und damit fängt sie gerne früh an. „Sie ist fast jeden Morgen vor mir da“, sagt Bernd Stegmann, Leiter des Fachdienstes 3 anerkennend. Ja, sie fange in der Regel um acht Uhr an, sagt die neue Jugendpflegerin. „Ich bin sehr positiv gestimmt, und die Arbeit macht mir sehr viel Spaß.“