Eine ruhige Kugel schieben Bissendorfer Kegelverein „Deutz 68“ feiert 50. Gründungsjahr

„Starke Arme mit viel Gefühl“ bescheinigte Günter Heitbrink (rechts) seinen Kameraden in einer lockeren Rede zum 50. Jubiläumsjahr des Kegelvereins „Deutz 68“. Foto: Johanna Kollorz„Starke Arme mit viel Gefühl“ bescheinigte Günter Heitbrink (rechts) seinen Kameraden in einer lockeren Rede zum 50. Jubiläumsjahr des Kegelvereins „Deutz 68“. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. 50 Jahre sind eine lange Zeit. Gut, wenn es in ihr Konstanten gibt. Das Fortbestehen des Kegelvereins „Deutz 68“ ist solch ein fester Parameter.

„Iss was gar ist, trink was klar ist, red was wahr ist“, lautete der Trinkspruch, mit dem Günter Heitbrink seine Kegelkameraden auf den noch jungen Abend auf der Kegelbahn in Stockum einschwor.

Für das erste Treffen im Jubiläumsjahr 2018 hatte der Seniorchef der Firma Heitbrink Recycling weitere heitere Zeilen gereimt: „1968 sind wir zur Welt bekommen, nach dem Kegeln schauten wir oft beklommen. Das waren die wilden 68er Jahre, mittlerweile haben wir keine oder graue Haare“.

Auf Kegelfahrten keine ruhige Kugel

„50 Jahre sind eine lange Zeit. Umso erstaunlicher: Alle von uns sind immer noch mit der ersten Frau verheiratet“, berichtet die gesellige Männerrunde stolz. Eine „24-Stunden-Scheidung“ der etwas anderen Art erlebten die Kameraden auf dem Rückweg von einer Kegeltour von Norderney: Ein Teil der Truppe verpasste den anvisierten Zug. Die bereits gelösten Fahrkarten reisten voraus.

Im Gedächtnis geblieben ist den Mitgliedern von „Deutz 68“ auch der rasante Ritt auf einem Bananenboot an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Ein abrupter 90 Grad Schwenk bescherte Gründungsmitglied Eberhard Gander damals eine Sturmfrisur – zur großen Erheiterung der Kegelbrüder.

Von Schorling in Wissingen nach Stockum transplantiert

Begonnen hat die Geschichte des gestandenen Vereins vor 50 Jahren auf Schorlings Kegelbahn in Wissingen. 1995 wurde die Gaststätte mit Saal mit einem Bagger dem Erdboden gleich gemacht. Die Kegelbahn wurde jedoch gerettet und an den heutigen Standort verpflanzt.

„Auf dieser transplantierten Bahn kegeln wir heute, neun sturmerprobte Leute“, verlas Heitbrink. Neben den Gründungsmitgliedern Dieter Müssig und Eberhard Gander sind heute Werner Michel, Dieter Janzen, Heinz „Möppi“ Möllering, Hartmut Vitoria, Eckhard Horstmann und Rainer Rodestock mit von der Partie.

Max Witting bewirtet die Neunerrunde, die sich alle vier Wochen donnerstags zum Kegeln trifft und brachte die Bahn pünktlich zum Jubiläum zwei Wochen lang auf Vordermann. Den 1995 in Insolvenz gegangenen Landhandel Beinecke, in dem alle Männer einst beschäftigt waren, hat er früher mit Paketen beliefert.

Nachwuchs willkommen – Jubiläumstour zu den Kanaren

„Die Gedanken gehen an morgen, das Gebot ist für Nachwuchs zu sorgen. Dann macht Deutz 68 noch 50 Jahre drauf, wird dann 100 – so nimmt das seinen Lauf. Das schauen wir uns dann, von der Himmelspforte an“, scherzte Günter Heitbrink vor dem Warmkegeln.

Anlässlich des Jubiläums gab es folgende Aufgabe: Mit zehn Wurf exakt 50 Treffer zu erzielen. Gegen 23.20 Uhr unterlag Werner Michel dabei schließlich Dieter Müßig im Stechen und tritt kommende Woche als frisch gekrönter „Kegelkaiser“ die nächste gemeinsame Kegelfahrt an. Ziel sind dieses Mal die Kanaren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN