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„Zirkus der Kulturen“ am Alfsee Singen, trommeln, Theater spielen in Rieste

Von Holger Schulze | 07.07.2014, 12:39 Uhr

Es ging gleich lebhaft los beim „Zirkus der Kulturen“. Moderator David Ebel wies das Publikum zunächst gestenreich in die drei Applausstufen ein, die es wählen konnte. Von höflich bis begeistert sollten die Zuschauer klatschen bei der rund zweistündigen Präsentation dessen, was von Kindern und Jugendlichen während einer Zeltfreizeit eingeübt und vorgeführt wurde. Am Samstagnachmittag war Präsentation auf der Bühne des Marktplatzes von

Zirkus der Kulturen ist ein binationales Jugendprojekt, bei dem russische und deutsche Kinder und Jugendliche in einem Zeltlager zusammenkommen und gemeinsam an ganz vielfältigen Workshops teilnehmen.

Gemeinschaft unter Gleichaltrigen unterschiedlicher Herkunft, dazu Kunst, Sport, Ökologie, Zeitthemen mit internationalen Bezügen sowie Kultur in Projekten, die die verschiedenen Neigungen der Teilnehmer aufgreifen, all dies ließ eine kreative Vielfalt entstehen. Diese Ergebnisse der viertägigen Proben bekamen nun die Eltern und andere Gäste vorgestellt.

Hierbei wurde gesungen und getrommelt. Es gab Stand-up-Akrobatik mit Freiwilligen während der Umbaupause. Die Judotruppe rollte sich lässig auf dem Mattenboden ab.

Beim Judo blieb natürlich keiner verletzt liegen. Dennoch stand im direkten Anschluss hieran Erste Hilfe von Teilnehmern am Workshop der Malteser auf dem Programm. Dort hatten die Kinder die korrekte Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung gelernt.

„Was treibt eigentlich mein Kind den ganzen Tag im Zeltlager?“ – mehrere vorgelesene Tagesberichte vermittelten den Eltern einen Eindruck vom Tagesablauf.

Alle Kinder mussten sich während ihrer Zeit im Sommerzeltlager einer sogenannten Ländergruppe anschließen. Hier wurden Themen erarbeitet, die einzelne Aspekte der Lebenswirklichkeit in den jeweiligen Gebieten widerspiegelten. Auch diese Inhalte fanden in szenischen Darstellungen ihren Weg auf die Bühne. Die Russlandgruppe hatte eine Geschichte um Drogengefahr und Einsamkeit einstudiert. Die Nationalhymne sowie in kleine Szenen verpackte Forderungen, unter anderem nach Bildung, Gesundheit, Fairness, Gewaltlosigkeit, Fürsorge oder dem Schutz vor Mobbing, hatte die Deutschlandgruppe ausgewählt. Der Kampf um das Wasser des Grenzflusses bestimmte die Darbietung der Israelgruppe, bei der aber schon der Friedensschluss Realität sein konnte.

Was sich mit den Händen anfangen lässt, wenn sie nicht mit einem Smartphone – solche Unterhaltungsgeräte hatten beim „Zirkus der Kulturen“ konsequentes Hausverbot –, beschäftigt sind, dies zeigte der Programmpunkt „Fadenspiel“, bei dem mit der Hilfe eines einfachen bunten Fadens der Eiffelturm, Sternschnuppen, der Sternenhimmel oder ein Fallschirm dargestellt wurde. Breakdance und Hip-Hop sowie Tücherjonglage, Artistik und Balancierakte gehörten weiterhin zur Vorstellung.

Nach Russland

Der „Zirkus der Kulturen“ wird nun weiterziehen. J edenfalls für die jugendlichen Betreuer geht es in den Sommerferien nach Russland. Für Viola Marstall, die einen Workshop Ökologie geleitet hatte, besaß das Sommerzeltlager am Alfsee zwei Seiten. „Es war ganz anstrengend, weil die vielen Jungs in meiner Gruppe doch recht lebhaft waren. Doch es hat auch Spaß gemacht, und ich habe viel gelernt“, bilanzierte die Waldorfschülerin die vergangenen beiden Wochen. „Und jetzt freue ich mich auf den Besuch in Russland mit Paddeltour, einer fünftägigen Ferienbetreuung von russischen Kindern und dem Besuch von St. Petersburg.“