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„Wir haben ein gutes Team“ Interview mit Ankums Schulleiterin Gabriele Balgenort

Von Martin Schmitz | 07.06.2018, 12:57 Uhr

In Ankum und Bersenbrück gibt es in nur fünf Kilometer Entfernung zueinander zwei Oberschulen, die sich beide auffallend um Schulprofilierung bemühen, mit aufsehenerregenden Ergebnissen. Beide Schulen verfolgen Konzepte, die sich aber durchaus unterscheiden, sagt Gabriele Balgenort, Leiterin der August-Benninghaus-Schule in Ankum im Interview mit unserer Redaktion.

 Frau Balgenort, zwei Schulen in räumlicher Nähe zueinander, beide bemühen sich um ihr Schulprofil, bieten Dinge, die andere nicht haben. Belebt Konkurrenz das Geschäft? 

Konkurrenz würde ich das nicht nennen. Wir stehen in engem Kontakt miteinander. Beide Schulen nutzen die Möglichkeiten, die die Oberschule als Eigenverantwortliche Schule ihnen bietet und stellen sich gut auf. Beide schauen: Wie ist das Kollegium zusammengesetzt? Was haben wir für Fähigkeiten und Stärken? Die von-Ravensberg-Schule in Bersenbrück arbeitet nach der Insel-Methode, die individuelles Lernen fördert. Wir hingegen setzen auf das Kooperative Lernen, das das Miteinander in den Mittelpunkt stellt. Das passt hervorragend zu unseren Laptop-Klassen und zu unserem Projekt „Jugend debattiert“, weil zum Kooperativen Lernen auch gehört, dass die Schüler präsentieren, was sie sich in Gruppen erarbeitet haben.

 Wie bekommt eine Schule solche Neuerungen hin? 

Sie braucht ein gutes Team und das haben wir. Es gibt eine schulische Steuergruppe, die die unterschiedlichen Projektgruppen koordiniert. Die Kollegen sind sehr fleißig, die Schulleitung kann sich zurücknehmen. Wir verfolgen alle den gleichen Weg.

 Was sind die Besonderheiten der August-Benninghaus-Schule? 

Da gibt es viele, wenn Sie sich einen Überblick verschaffen wollen, sollten Sie in die neue Festschrift zum 150-jährigen Schuljubiläum schauen. Da wäre zum Beispiel das Lehrer-Raum-Konzept. Wir bekommen immer wieder Anfragen und Besucher aus anderen Schulen, die das bei uns kennenlernen wollen. Wir haben eine Vorreiterrolle eingenommen im digitalen Unterricht. Auf die Evaluierung des Unterrichts legen wir großen Wert. Wichtig ist uns eine sorgfältige Vorbereitung auf die Berufsausbildung. Wir bilden mit der Arbeitsagentur und der Maßarbeit die Jugendberufsagentur. Seit Kurzem haben wir aber auch einen Schulhund, mit dem wir unter anderem die Lesekompetenz der Kinder fördern wollen. Mit seinem Herrchen Jascha Alteruthemeyer macht Sir Doolin an den Wochenenden gerade eine Ausbildung zum Schulhund.

 In welche Richtung sollte sich die Schule Ihrer Ansicht nach weiterentwickeln? 

Auf der pädagogischen Seite setzen wir auf das kooperative Lernen. Um die Schülerzahlen zu stabilisieren, arbeiten wir mit der Grundschule Ankum zusammen, das macht sich schon positiv bemerkbar. Die Grundschüler sollen frühzeitig sehen, was hier passiert. Wichtig ist, dass wir uns regelmäßig evaluieren, uns in Frage stellen, zusammen mit Eltern und Schülern. Bei der Evaluation ist zum Beispiel herausgekommen, wie wichtig ihnen Ehrungen für herausragende Leistungen und Engagement sind. Also haben wir die Ehrungen in den Abschlussfeiern ausgebaut, zu einer Art Schul-Oscar-Verantaltung gemacht. Wenn bei der Evaluation eine neue Erkenntnis herauskommt, dann setzen wir die auch um.