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Verbundabfall gebührenpflichtig Altreifen in Rieste in der Natur „entsorgt“

Von Ilona Uphaus, Ilona Ebenthal | 29.10.2017, 18:17 Uhr

Der Herbst ist die Zeit zum Reifenwechsel. In Rieste sich jemand die Entsorgung der Altreifen leicht gemacht, nämlich neben dem Ackerland eines Landwirts.

Holger Stehr ist sauer. Quasi über Nacht hat jemand fünf Autoreifen, einen davon mit Felge, am Rand seines Ackers im Burlager Ort in Rieste abgelegt. Am Mittwochmorgen entdeckte er vier Reifen der Marke Semperit und einen Michelin-Reifen auf dem Grünstreifen neben dem frisch eingesäten Acker unter einer großen Eiche unweit des unbeschrankten Bahnübergangs. Und da er wie die meisten Landwirte keine Reifen für die Abdeckung des Silohaufens benötigt, „darf“ er jetzt die Entsorgung übernehmen.

Verbundabfall

Das kostet neben Zeit und Nerven auch Geld, denn Reifen gelten als „Verbundabfall“, da sie aus mehreren Materialien bestehen. Sie gehören also weder in den Hausmüll noch in den Sperrmüll, sondern werden durch spezialisierte Unternehmen beispielsweise zu Granulat verarbeitet. Gegen eine Gebühr, versteht sich, und die kann bis zu 2,50 Euro pro Reifen betragen. Manche Reifenhändler übernehmen die Entsorgung bei einem Neuerwerb kostenlos. Auch bei manchem Bauhof können Reifen gegen Gebühr entsorgt werden. Die Recyclinghöfe in Wallenhorst und Ankum kassieren beispielsweise 2 Euro pro Reifen, 4 Euro für Reifen mit Felge.

Jeder kann also seine alten Autoreifen legal loswerden und muss kein Bußgeld riskieren, indem er sie bei einem Fremden ablädt. Vielleicht hat jemand im Burlager Ort in der Zeit vor Mittwochmorgen (25. Oktober 2017) Beobachtungen gemacht oder der Übeltäter sammelt den Abfall selber wieder ein.