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Trassenverlauf noch offen Info-Veranstaltung zur 380 KV-Stromtrasse in Ankum

Von Sigrid Schüler | 03.06.2016, 12:02 Uhr

Die Frage nach dem möglichen Verlauf der 380-kV-Stromtrasse bewegt weiter die Bürger in der Region. Rund 70 Personen haben jetzt die Informationsveranstaltung der Firma Amprion, der beteiligten Behörden, des Landkreises und einer Bürgerinitiative besucht.

Die Botschaft von Amprion, dass noch nicht feststehe, woher die Trasse verlaufe, stellte Udo Biemann vom Merzener Verein „Hackemoor unter Strom“ infrage. Richtig sei zwar, dass man bei der Planung des Trassenverlaufs am Anfang stehe, aber die Planung des Endpunktes, nämlich die Umspannanlage in Merzen, stehe fest. Dies werde auf jeden Fall auf weitere Planungen zum Trassenverlauf Einfluss haben. Zudem müsse man sich vergegenwärtigen, dass der Anteil an erneuerbaren Energien noch weiter steigen werde, gab Biemann zu bedenken, und das Netz deshalb weiter ausgebaut werden müsste.

Aus Biemanns Sicht gibt es für ein Umspannwerk auch andere geeignete Standorte, wie zum Beispiel der Niedersachsenpark oder das brachliegende Militärgelände in Neuenkirchen-Vörden. Biemann favorisiert einen Trassenverlauf entlang der Bundesautobahn A1, da der eine Bündelung der Belastungen ermögliche.

Geeigneter Standort?

Er betonte aber auch, dass die Merzener Bürger sich nicht gegen das Umspannwerk stellen, sollte sich herausstellen, dass dies wirklich der Standort mit dem geringsten Raumwiderstand sei. Bernhard Heidrich vom Amt für regionale Landesentwicklung erläuterte, dass das Umspannwerk in Merzen unabhängig von der Trassenplanung gesehen werden müsse. Man brauche das Umspannwerk vor allem für den Strom, der bereits jetzt in der Region produziert wird. Immer wieder müssten Windmühlen abgestellt werden, weil der Strom nicht transportiert werden könne. Der Standort in Merzen sei durch ein T-Stück vorgegeben, da hier eine Leitung aus dem Süden auf eine Querleitung treffe.

Leitung endet in Merzen

Der Gesetzgeber habe zwar festgelegt, dass die 380-kV-Leitung in Merzen enden solle, aber das Umspannwerk habe planerisch mit der Trasse nichts zu tun. Aus diesen Gründen sei das Umspannwerk auch nicht Gegenstand des Raumordnungsverfahrens gewesen.

Auf die Frage, nach welchen Gesichtspunkten die Einwände und Widerstände abgewogen werden, erklärte Heidrich, dass Mensch und Natur bei der Planung einen hohen Stellenwert einnähmen. Aber es sei ein schmaler Grat, den man gehen müsse. Allerdings sieht er nach eigenen Worten nicht, dass sich so große Hindernisse aufbauen könnten, die den Bau der Trasse unmöglich machen.

Winfried Wilkens, Kreisrat des Landkreises Osnabrück, erklärte, dass der Landkreis drei Ziele im Planungsprozess habe: Zum einen habe er sich für eine Teilverkabelung erfolgreich starkgemacht. Zum anderen, betonte Wilkens, setze sich der Landkreis für eine konfliktarme Lösung ein. Der Kreis habe mit Erfolg dafür plädiert, dass der Trassenverlauf entlang der Autobahn wieder mit in die Prüfung aufgenommen worden sei. Zum Dritten sei zu klären, wo in Merzen das Umspannwerk seinen Platz finden könne. Dazu sei ein runder Tisch einberufen worden.