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Tankstelle und zwei Fachmärkte Auf LNK-Gelände in Bersenbrück wird gebaut

Von Martin Schmitz | 14.12.2015, 17:07 Uhr

Die Zeit der juristischen Schlachten um das LNK-Gelände in Bersenbrück ist vorbei. Auf dem Areal an der B 214, auf dem einst ein bekannter Möbelmarkt stand, schießen gerade eine Tankstelle und drei Fachmärkte aus dem Boden.

Als Stahlkonstruktionen dürften die Bauten rasch vorankommen. Sollen sie auch, denn seine Partner Renate und Klemens Hülsmann und er stehen beim Unternehmen Elektro Hugenberg im Wort, sagt Projektmanager Helmut Schwarzendahl. Der am Rande Hastrups beheimatete Betrieb plant schon seit Längerem, sich mit einem Neubau auch unternehmerisch neu aufzustellen. Dank des kommunalpolitischen Streits um das Gelände gab es Zeitverlust.

Im zweiten Gebäude soll ein Möbelmarkt entstehen, das „Dänische Bettenlager“ als Mieter einziehen. Auch die Baumarktkette „Baudi“ will sich ansiedeln, in einem weiteren Gebäude.Marktgebäude Nummer vier ist noch nicht vermietet. Trotzdem lässt Schwarzendahl aber schon einmal eine tausend Quadratmeter große Halle hochziehen, nicht nur aus Optimismus, sondern weil ein nachträglicher Bau den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen könnte.

Die Tankstelle mit Shop an der Front des Geländes zur B214 bauen die Unternehmer Peter Meyer zu Brickwedde, Juniorchef von Spedition und Lkw-Dienstleister MzB, und Frank Schröer-Dreesmann vom Ankumer Mineralölhandel Mitan. Fertig werden soll die Tankstelle wie die übrigen Gebäude möglichst schon im April, spätestens im Mai, je nach Witterung, teilt Meyer zu Brickwedde mit.

Auf diesem Gelände stand jahrzehntelang der LNK-Möbelmarkt, ein Leuchtturm der Bersenbrücker Geschäftswelt, der über den Ort hinaus Kunden anzog. Als die Betreiber aufhörten, zog für eine Weile ein mittelständisches Möbelhaus ein, das aber nach einer Insolvenz in Bersenbrück schließen musste. Der Altbau erweis sich danach als unwirtschaftlich und nicht mehr vermietbar. Klemens und Renate Hülsmann kauften das Gelände und suchten mit Norbert Schwarzendahl nach einer neuen Nutzung.

Ende 2010 kam der Plan auf, ein Einkaufszentrum zu bauen, ursprünglich wollte sich Edeka hier einmieten, dann sollte es ein Kaufland-Markt werden. Widerstand gegen das Projekt leisteten vor allem die Bersenbrücker Grünen und eine Interessengemeinschaft innenstädtischer Kaufleute.

Anfang Oktober 2011 stoppte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium als Aufsichtsbehörde das Planungsverfahren. Das Verwaltungsgericht Osnabrück sah in einer Überprüfung das Integrationsgebot nicht beachtet, das Neugründungen von Geschäften nur in der Innenstadt zulässt.

Kaufland siedelte sich schließlich in einem Neubau auf einem Gelände in der Nachbarschaft an und eröffnete vergangenen Oktober.

Ein neuer Anlauf, das LNK-Gelände wieder zu nutzen, geriet ebenfalls in die tückischen Gewässer der Bersenbrücker Politik. Auf Intervention der Grünen stoppte das Landesministerium auch diese Pläne, die Stadt entschärfte die Krise mit einer Sortimentsbeschränkung und dem Hinweis, dass für die Ansiedlung Hugenbergs in der Innenstadt kein geeignetes Gelände zur Verfügung stünde. Das Ministerium stimmte zu.