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Standortdebatte hält dennoch an Kindertagesstätte in Rieste wird ab Herbst gebaut

Von Marcus Alwes | 09.07.2014, 10:15 Uhr

Der Weg für den Bau einer weiteren Kindertagesstätte in der Gemeinde Rieste ist frei. 14 von insgesamt 15 Ratsmitgliedern stimmten während der jüngsten Sitzung für das – geschätzt – rund zwei Millionen Euro teure Projekt. Lediglich Ralf Richter aus den Reihen der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) mochte seine Hand an dieser Stelle nicht für ein Ja heben.

„Die Gemeinde Rieste beabsichtigt, eine neue Kindertagesstätte an einem neuen Standort zu errichten. Die neu zu errichtende Kindertagesstätte soll in kommunaler Trägerschaft geführt werden“, lautete der Beschluss der Kommunalpolitiker nach einer lebhaft geführten Debatte. Vor allem an der Frage, wo exakt die neue Tagesstätte (mit Kindergarten- und Krippengruppen) gebaut werden soll, schieden sich manche Geister. Eine Entscheidung zum Standort wurde vorerst nicht gefasst. Bürgermeister Sebastian Hüdepohl (CDU) erinnerte die Ratsmitglieder jedoch daran, „wir haben die Zeit im Nacken“.

Das Zwei-Mio.-Euro-Projekt wird zu fast 90 Prozent aus der Gemeindekasse finanziert werden. Die Samtgemeinde Bersenbrück wird etwa zehn Prozent beisteuern. Ein kleiner Zuschuss aus der Landeskasse ist für die Schaffung der Krippenplätze zu erwarten. Architekturbüros sind bereits vorab durch den Verwaltungsausschuss des Rates beauftragt worden, bis Ende August Entwürfe für die neue Kindertagesstätte einzureichen. Verwaltung und Politik gehen davon aus, dass unter dem Strich ein 7500 Quadratmeter großes Grundstück für die Realisierung des Bauvorhabens benötigt wird.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Andrea Blanke („Wir müssen über eine zweite Einrichtung nachdenken“) unterstrich ebenso wie SPD-Mann Reinhold Waldhaus („Wir können mit dem Beschlussvorschlag sehr gut leben“), Grünen-Ratsherr Dieter Schloms („Ja zur neuen Kita, ein Ja zur kommunalen Trägerschaft“) und der Wählergemeinschaft-Vertreter Markus Revermann („Wir sind uns doch alle einig. Ein neuer Kindergarten ist notwendig“) die grobe Marschrichtung. Für den Vorschlag, die Kindertagesstätte auf einer Fläche zwischen der Westerfeldstraße und Alte Dorfstraße zu errichten, waren dann aber nicht alle Ratsmitglieder. Vor allem die Kommunalpolitiker von UWG und Grünen formulierten ihre Bedenken. Sie forderten die erneute Prüfung von Alternativstandorten. „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“, sagte Dieter Schloms. „Ich glaube auch nicht, dass dieser Standort dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung entspricht“, unterstrich Ralf Richter seine Haltung.

Letztgenannter warf Verwaltung und Bürgermeister eine „mangelnde Transparenz und Bürgernähe“ bei der Standortsuche für die Kindertagesstätte vor – erntete damit jedoch auch energischen Widerspruch. Letztlich wurden die von Richter eingebrachten Anträge, Entscheidungen zu Trägerschaft und Standort noch einmal zu vertagen und von der Verwaltung komplett überarbeiten zu lassen bzw. im Rat ganz neu zu diskutieren, jeweils mehrheitlich abgelehnt.

Unter den Ratsmitgliedern von CDU und SPD zeichnete sich hingegen eine Zustimmung für den Standort zwischen Westerfeldstraße/ Alte Dorfstraße (südlich des neu entstehenden Baugebietes Kleiner Esch II) ab. „Dieser Standort ist wohl mit am besten geeignet“, erklärte Sozialdemokrat Detlef Kramer. „Die Fläche bietet ausreichend Potenzial, um eine optimale Planung der Einrichtung vorzunehmen“, äußerte Sebastian Hüdepohl.

Wenn nun auch noch kurzfristig die von CDU-Ratsherr Wihlem Stehr aufgebrachten Fragen zu einem Bestandsschutz für benachbarte Landwirte (Emissionswerte) am möglichen neuen Kindergartenstandort geklärt werden, soll im Riester Gemeinderat in Kürze zur letzten Detailabstimmung geschritten werden. Baubeginn für die Tagesstätte soll dann im Herbst sein, damit sie bis zum Kindergartenjahr 2015/16 bezugsfertig ist.