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Stadtsanierung: Noch viele Fragen offen Bersenbrück: Kreisel verkehrstechnisch kein Problem

Von Martin Schmitz | 07.09.2011, 11:46 Uhr

Verkehrstechnisch stände einem Kreisverkehr anstelle der Ampelanlage auf der ehemaligen Bundesstraßenkreuzung nichts im Wege. Dies ergab ein Gutachten, das in der jüngsten Sitzung des Bersenbrücker Bauausschusses vorgestellt wurde. Sonderlich glücklich sind die Stadtpolitiker aber trotzdem nicht mit dem, was die Stadtplaner für dieses Bersenbrücker Quartier vorschlagen.

Ende des vergangenen Jahres startete die Stadt Bersenbrück einen Architektenwettbewerb zur Fortsetzung der Stadtsanierung über die Bramscher Straße hinaus in der nördlichen Ecke Bersenbrücks rund um die Kreuzung. Vorrangig ging es den Stadtpolitikern um die Neugestaltung dreier Grundstücke, um das eines Baumarkts, um eines mit einer ehemaligen Gaststätte und einem Supermarkt und um ein aufgegebenes Café.

In dieser Hinsicht tut sich etwas. Klemens Hölscher vom Büro „Reindersarchitekten“ in Osnabrück legte in der Bauausschusssitzung einen Entwurf für den Rahmenplan vor, der kleine Plätze zeigt mit Wohn- und Geschäftsbauten nördlich und südlich der Bundesstraße und attraktive Wohnbebauung weiter in Richtung Freude.

Überraschend für den Stadtrat brachten die Stadtplaner im vergangenen Dezember den schon einmal angedachten Kreisverkehr anstelle der Ampelkreuzung wieder ins Gespräch. Ihnen ging es dabei nicht um Verkehr, sondern um Städtebau: Der Kreisverkehr soll als Einfallstor nach Bersenbrück den Beginn der Innenstadt markieren.

Das würde allerdings bedeuten, dass die Quakenbrücker Straße aus Richtung Norden umgeleitet wird, abgekröpft, sagen die Fachleute. Sie soll am Rande des neu zu schaffenden Platzes direkt auf die Bundesstraße 214 münden.

Diese Idee „reißt mich nicht gerade vom Stuhl“ sagte der Ausschussvorsitzende Rolf Gelinsky. Schärfster Kritiker der Abkröpfung und des Kreisverkehrs ist Manfred Krusche (SPD). Aus seiner Sicht könne der Kreisverkehr die Verkehrsmassen nicht schlucken, die künftig auf der Bundesstraße zu erwarten seien. Und: Fußgänger und Radfahrer aus dem nördlichen Stadtviertel auf dem Weg in die Innenstadt seien gefährdet.

Auch Quakenbrück habe auf eine Ampel an der „Famila-Kreuzung“ verzichtet, so Krusche. Dazu heißt es aus der Samtgemeinde Artland, das Straßenbauamt habe von einem Kreisel an dieser Stelle abgeraten, weil der Platz zu groß sei und eine außerörtliche Straße vierspurig auf ihn treffe. In Bersenbrück hingegen ist der Platz zu klein, deshalb die Verlegung der Quakenbrücker Straße. In den Kreisverkehr münden innerörtliche Straßen.

Im Auftrag der Stadt prüfte Manfred Ramm von der Ingenieurplanung Wallenhorst die Verkehrsströme. Selbst dann, wenn der Verkehr um zehn Prozent zunehme, könne der Kreisel die Fahrzeuge in Fluss halten, zeigte er mit einer Simulation. Ramm sieht „keine verkehrlichen Probleme“.

Um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern, soll die Bundesstraße zu beiden Seiten des Kreisels zur verkehrsberuhigten Tempo-30-Zone umgestaltet werden. Manfred Krusche äußerte Zweifel, ob dieser Plan zu verwirklichen sei. Genau das müsse nun mit dem Straßenbauamt geklärt werden, erwiderte Reinhold Heidemann vom Bauamt.