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Bischof weiht Kapelle St.-Josef-Stift in Bersenbrück seiner Bestimmung übergeben

Von Franz Buitmann | 01.09.2019, 15:15 Uhr

Der Neubau des St.-Josef-Stifts in Bersenbrück wurde am Freitag offiziell eingeweiht. Zuvor feierte Bischof Franz-Josef Bode den ersten Gottesdienst in der Kapelle des Altenheims und weihte den Altar nach einem uralten Zeremoniell.

Der Neubau des St.-Josef-Stifts in Bersenbrück wurde am Freitag seiner Bestimmung übergeben. Zuvor feierte Bischof Franz-Josef Bode den ersten Gottesdienst in der Kapelle des Altenheims und weihte den Altar nach einem uralten Zeremoniell.

Damit Gäste und Hausbewohner die Weihe der Kapelle verfolgen konnten, wurde sie in Bild und Ton in den Gemeinschaftsraum und die Wohngemeinschaften des Hauses übertragen. Konzelebranten des Osnabrücker Bischofs waren Pfarrer Jan Witte von der Pfarrgemeinde St. Vincentius, Träger des Stifts, der Hausgeistliche Pfarrer i. R. Hermann Ossege und Diakon Roland Wille.

Pfarrer Witte erinnerte an die Einbeziehung der Pfarrgemeinde und des Künstlers Mario Haunhorst in die Gestaltung der Kapelle. Die Altarweihe mit Bischof Franz-Josef Bode setze gleichsam einen Schlussstein. Bischof Franz-Josef Bode erklärte, weil das kleine Gotteshaus für viele Generationen gedacht sei, folge die Feier einem seit Jahrhunderten festliegenden Zeremoniell.

Vor der Lesung weihte Bischof Bode den Ambo als zentralen Ort der Verkündigung der Heiligen Schrift. Der Altar, den Gemeindemitglieder aus buntem Sand gestampft hatten, wurde an fünf Stellen gesalbt, in fünf Schalen glimmte Weihrauch, brennende Kerzen standen als Symbol für Gottes Geist.

In den Altartisch setzte Bischof Bode ein Reliquienkästchen ein mit einer namenlosen Reliquie aus der alten Kapelle und eine der Märtyrerin Saluata. Nach der Weihe des Tabernakels übergab Bode dessen Schlüssel Witte, der ihn an Ossege weiterreichte. Auf diesen Augenblick habe er rund zwanzig Jahre gewartet, erwiderte der.

„Die heutige Einweihung ist nicht in erster Linie für die Wände, sondern für die hier lebenden Menschen bestimmt“, sagte Bode in der Predigt. Die Kapelle sei ein Ort des Innehaltens für Bewohner, aber auch Angehörige, gerade in schweren Zeiten. Der Bischof verwies auf die Fürbittwand, wo Anliegen und Gebete, auf einem Zettel vermerkt, eingesteckt werden können. Die Madonnenfigur wurde aus der alten Kapelle übernommen.

Pflegeoase

Die Eröffnungsfeier des Stiftes fand in einem Festzelt statt. „Beharrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein der Kirchengemeinde St. Vincentius führen dazu, dass wir heute hier stehen und das neue Stift einweihen können“, erklärte dort Ulrich Saremba von Stephanswerk; die Wohnbaugesellschaft des Bistums Osnabrück war Bauträger.

Seit 2008 seien immer neue Varianten von Teilabriss und Anbauten diskutiert worden. Verantwortungsbewusstsein führte schließlich zum Entschluss zum Neubau, der die Chance biete, die allerneuesten Erkenntnisse zur Pflege älterer Menschen einzubringen. In Bersenbrück stand ein freies Grundstück für den Neubau zur Verfügung, der Betrieb im Altbau konnte weiterlaufen.

Im Sommer 2016 begann die Vorplanung. 2017 wurde die Baugenehmigung erteilt und sofort mit dem Bau begonnen. Nach knapp 20 Monaten Bauzeit unter Einhaltung der geplanten Kosten konnte der Einzug erfolgen.

Saremba dankte auch im Namen der Fachingenieure und aller am Bau beteiligten Firmen für die gute Zusammenarbeit Kirchengemeinde, Heimleitung, Caritas Nordkreis Pflege, den Fachbehörden des Landkreises und der Stadt Bersenbrück, besonders aber Projektleiter Hubert Schowwe und Planerin Gaby Helbing.

Den symbolischen Schlüssel übergab Saremba mit Schowwe an Heimleiterin Mechthild Haslöwer, Pflegedienstleiterin Eva-Maria Herrmann, Geschäftsführer Rudi Fissmann, Pfarrer Witte und Josef Kessens vom Kirchenvorstand.

„Investition in die Beine“

Für den Landkreis Osnabrück gratulierte Erste Kreisrätin Bärbel Rosensträter. Der Neubau liege zentral in der Stadt. Die jüngste Bevölkerungsprognose für den Landkreis zeige, dass die Altersgruppe der über 65-Jährigen bis 2035 um knapp 40 Prozent wachse. „Die Alten sind unsere Zukunft, eine Zielgruppe, mit der es sich intensiv zu beschäftigen gilt“, sagte Rosensträter. Besonderheit des Stiftes sei die Pflegeoase, die Menschen in der Schwerstpflege ein hohes Maß an Lebensqualität biete.

Günter Sandfort vom Caritasverband Osnabrück stellte fest, das Stift sei jetzt gut aufgestellt mit einem tollen Konzept. Nach der „Investition in Steine“ bedürfe es zukünftig einer „Investition in die Beine“, die Pflegeangestellten seien das wichtigste Kapital.

Pastor Jürgen Kuhlmann von der evangelischen Bonnus-Gemeinde sagte, das neue St.-Josef-Stift sei ein Ort, wo man sich intensiv um die Menschen kümmere. Samtgemeindebürgermeister Horst Baier erklärte, das neue Stift biete beste Voraussetzungen, um den Anforderungen der immer älter werdenden Gesellschaft gerecht zu werden. Die Samtgemeinde baue ein Netzwerk für ältere Menschen, das St.-Josef-Stift sei kompetenter Partner darin.

Bersenbrücks Bürgermeister Christian Klütsch wies darauf hin, dass das Stift dank zentraler Lage in der Stadt teilnehme am gesellschaftlichen Leben. Die Nähe zur Kindertagestätte verbinde Alt und Jung. Altenheim, Kindergarten und die Tagespflege in der Zentrale der Caritas-Nordkreis-Pflege bildeten ein soziales Netzwerk, das ausbaufähig sei.

Geschäftsführer Rudi Fissman und Heimleiterin Mechthild Haslöwer schilderten in Bild und Wort den Baufortschritt und dankten allen Beteiligten. Pfarrer Witte an erinnerte an die Mitglieder des Bau- und Kapellenausschusses unter Vorsitz Josef Kessens, sie seien über viele Jahre mit Herzblut tätig gewesen.

Vor der Feier hatte Bischof Franz-Josef Bode die Räume gesegnet. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Johannes Heitlage am Keyboard.

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