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Shopping-Queen für zu Hause Kettenkamperin entwickelt Brettspiel für Vox-Show

Von Anita Lennartz | 28.12.2014, 18:47 Uhr

anl Kettenkamp. Kennen Sie Shopping-Queen? Richtig, die Vox-Fernsehsendung, Styling-Doku genannt, in der meist Frauen in vier Stunden bis 500 Euro für ein neues Outfit ausgeben, das sie auf dem Laufsteg ihren Konkurrentinnen und Star-Designer Guido-Maria Kretschmer präsentieren. Zum „Üben“ gibt es dazu jetzt ein Brettspiel, entwickelt von einer Zuschauerin – Nicola Schäfer, die aus Kettenkamp kommt.

Mancher kennt sie noch unter ihrem Mädchennamen Nicola Kruthoff. Schäfer ist 36 Jahre alt, First-Class-Stewardess bei der Lufthansa und Mutter eines vierjährigen Sohnes. Und seit Neuestem ist sie auch Spieleautorin. Wie man das wird? In diesem Fall stecken viele Zufälle und das gut funktionierende Netzwerk ihres Mannes Marcus Schäfer dahinter: Der hat unter anderem eine gemeinsame Firma mit Guido-Maria Kretschmer, die Lufthansa-Trolleys vertreibt. Außerdem „rührt er in vielen weiteren Töpfen“, wie man so schön sagt, verfügt über weitreichende Kontakte.

Beim gemeinsamen Anschauen der Sendung „Shopping-Queen“ fragte Nicola Schäfer ihren Mann, ob es wohl schon das Brettspiel zur Sendung gebe. Der wurde im Internet nicht fündig und forderte seine Frau auf: „Dann leg mal los!“

Tja, leichter gesagt als getan, eins zu eins umsetzen ließ sich die Sendung als Brettspiel dann doch nicht. Aber dann kamen Nicola die entscheidenden Gedanken, und ab dem Zeitpunkt drehte sich alles nur noch um die Erstellung des Prototyps: Das Spielbrett entstand auf einer Schreibtischunterlage, für die früher heiß geliebte Anziehpuppe Pia wurden stylische Klamotten und Accessoires aus Katalogen und Zeitschriften ausgeschnitten, Modellautos des Sohnes stellten die Shopping-Mobile dar.

„Ich habe in jeder freien Minute an dem Spiel gesessen, sogar im Kasperle-Theater Aktionskarten geschrieben“, erzählt Nicola Schäfer lächelnd. Als das Konzept fertig war, wurde es ernst: Telefonate mit RTL und Vox zur Terminvereinbarung wurden geführt, und dann bekam die Neu-Spieleautorin doch weiche Knie. „Ich hatte den professionellen Spiele-Autor Michael Feldkötter gebeten, doch ebenfalls ein Konzept auszuarbeiten, schließlich habe ich ja eigentlich gar keine Ahnung von der Materie“, erklärt sie.

Zur Vorstellung der Prototypen waren dann beide eingeladen und stellten nacheinander ihre Ideen vor. „Das war schon seltsam“, erinnert Nicola sich. „Ich war sehr aufgeregt, habe mein Spiel sehr emotional präsentiert, aber das Konzept war anscheinend überzeugend.“ Ihr Spiel sollte auf den Markt gebracht werden, Feldkötter wurde dazu mit ins Boot geholt.

Und dann ging alles ganz schnell: Ein Spieleverlag war mit „Huch & Friends“ schnell gefunden, auch größere Verlage zeigten Interesse, die hätten das Spiel aber erst im nächsten Jahr herausbringen können. „Ich bin ein Projekt-Mensch, bis dahin hätte ich das Interesse an der Arbeit wahrscheinlich schon wieder verloren“, schmunzelt Nicola Schäfer, und so verging von der ersten Überlegung bis zum Angebot in den Spielzeugläden gerade mal ein Dreivierteljahr.

20000 Exemplare wurden in erster Auflage hergestellt. Die ist mittlerweile vergriffen. Über diesen Erfolg freut sich die ehemalige Kettenkamperin, die jetzt in Schloss Holte-Stukenbrock zu Hause ist. Aber auch Verlag, Redaktion und alle übrigen Beteiligten sind selbstverständlich gut zufrieden. Und so gibt es auch schon Anfragen für weitere Projekte, wahrscheinlich ist das Spiel nicht das letzte aus der „Ideenwerkstatt Schäfer“. Wir sind gespannt…