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Sechs Jahrzehnte Frohsinn Urgesteine des Eggermühlener Karnevals blicken zurück

Von Georg Geers | 10.02.2017, 15:44 Uhr

Hermann Hömer, Josef Kamlage, Alois Vogt und Theo Frerker, vier Eggermühlener Urgesteine, blicken auf die Anfänge der närrischen Tradition. Im Jahre 1958 veranstaltete die Kolpingsfamilie erstmals eine öffentliche Karnevalssitzung.

Gern denken Josef Kamlage, Theo Frerker, Alois Vogt und Hermann Höme an die Zeit zurück, als sie sich als junge Kolpinger in der wenige Jahre zuvor neu gegründeten Kolpingsfamilie mit den Gedanken befasst hatten, eine karnevalistische Veranstaltung aus der Taufe zu heben .

Kaplan Schwöppe begeistert

Josef Kamlage hatte schon im Jahre 1956 den damaligen Kaplan Wilhelm Schwöppe mit der Idee eines Kappenfestes konfrontiert. Schwöppe, der zuvor in Hollage als Kaplan tätig gewesen war und auch dort schon Karnevalssitzungen miterlebt hatte, war sofort Feuer und Flamme. War der Besuch der ersten Narrenfeste lediglich den Mitgliedern der Kolpingsfamilie vorbehalten, gab man schnell dem Drängen der Bevölkerung nach, auch an diesem neuen Event teilnehmen zu dürfen.

Besucher aus umliegenden Orten

Die damaligen Akteure, allesamt Kolpinger, nutzen fast ausschließlich örtliche Begebenheiten und „Vergehen“, mit denen sie ihre Büttenreden spickten. Als Märchentante , Tünnes und Schäl, als Max und Moritz oder als doofe Nuss lockten sie neben Publikum aus der Gemeinde auch Besucher aus den umliegenden Orten an.

Stuhlreihen bis hinter den Tresen

Bis zu 320 Besucher, so Alois Vogt, drängten sich Anfang der 1970er Jahre auf dem alten Böhmann’schen Saal. Selbst hinter der Theke wurden Stuhlreihen für das Publikum aufgestellt. Der positive Zulauf führte schließlich dazu, die Galasitzungen auf zwei Tage auszudehnen. Gern denken die Gründungsmitglieder an die Jahre zurück, in denen der Saal an beiden Veranstaltungstagen aus den Nähten platzte. 630 Narren an zwei Tagen, das war Besucherrekord, so Hermann Hömer.

Launige Hofsänger

Nicht wegzudenken neben den vielen Büttenrednern, die in sechs Jahrzehnten für Frohsinn sorgten, sind die Hofsänger, die mehr als 50 Jahre lang in unterschiedlicher Besetzung Begebenheiten aus der Gemeinde in Liedform präsentierten. Über ein halbes Jahrhundert standen Theo Frerker, Alois Vogt und Josef Kamlage als Hofsängertrio auf der Bühne.

Auftritt der Funkenmariechen

Bunt und optisch lebendiger wurden die Sitzungen, als in den späten 1970er Jahren mit Elisabeth Thye und Ulla Feldker die ersten Funkenmariechen die Auftritte der Büttenredner bereicherten. Mit den Musikern Heinrich Heile, der Familienkapelle Rieste oder dem unvergessenen „Scherders Rudi“ war Livemusik bei den Galasitzungen immer ein absolutes Muss, so Theo Frerker. Selbst der Elferrat und die Büttenredner bezahlten Eintritt, um die Unkosten der Galasitzungen finanzieren zu können.

Galasitzungen am 25. und 26. Februar

Waren es in früheren Jahrzehnten vornehmlich Büttenredner, die das Programm bestritten, bestimmen in den letzten Jahren auch viele junge Tanzgruppen das Programm mit. Die Tradition der Kolpinger aber, sich ab dem 11.11. jährlich regelmäßig zu den Vorbereitungen der Büttenreden im Kolpingkeller zu treffen, hat in den vergangenen sechs Jahrzehnten nichts von ihrem Reiz eingebüßt. Die diesjährigen Galasitzungen finden am 25. und 26. Februar statt.