Ein Artikel der Redaktion

Samtgemeinde Bersenbrück Singen stärkt die seelische Gesundheit

25.04.2008, 22:00 Uhr

Angefangen hat er mit Physik. Weil sein Vater damals im heimischen Mannheim wollte, dass er was „Anständiges“ studiert und wird. Doch nach drei Semestern hatte Axel Eichhorn die Nase voll.

„Dann bin ich eben in ein verwandtes Fach gewechselt, zur physikalischen Akustik“, umschreibt er lachend sein Musikstudium. Musik durchzieht sein Leben. Er ist sieben, da bekommt er den ersten Klavierunterricht, als Fünfzehnjähriger sitzt er zum ersten Mal vor der Orgel, mit zwanzig hat er die C-Prüfung in der Tasche, die ihn befähigt, als nebenamtlicher Organist zu arbeiten.

Von Anfang an war ihm klar, dass seine Leidenschaft der Kirchenmusik gelten würde. Als überzeugter Katholik hätte Axel Eichhorn auch gerne Theologie studiert, mit dem Ziel Pfarrer zu werden. Doch die auf dem Priestermangel beruhende zunehmende Orientierung des Amtes vom Seelsorger zum Organisator hat ihn letztlich davon abgebracht. „Außerdem wäre mir das zu einsam gewesen, ich war damals schon mit meiner Frau zusammen“, fügt er hinzu.

Carolina, mit der er sieben Kinder hat, kennt er schon seit der Schulzeit in Mannheim. Beide waren im gleichen Abiturjahrgang. Ihren Lebensweg gehen sie seither gemeinsam.

Parallel zum Studium der Kirchenmusik in Frankfurt a.M. macht Axel Eichhorn eine fundierte Gesangsausbildung als Tenor und Countertenor. Noch heute tritt er immer wieder als Solosänger in Konzerten auf, so wie am vergangenen Sonntag in der Twistringer St.-Annen-Kirche mit Kantaten von Johann Sebastian Bach.

Axel Eichhorn ist 26, als er sein Studium der Kirchenmusik mit dem A-Examen zum Abschluss bringt, 27, als er seine erste Stelle in Bersenbrück antritt. Seit nunmehr zwölf Jahren ist er als Regionalkantor an St. Vincentius in Bersenbrück tätig. Genauer gesagt zu 40 Prozent; die restlichen 60 Prozent widmet er der überregionalen Gesangsausbildung im Bistum Osnabrück und ist deshalb viel unterwegs im ganzen Bistum.

Denn Axel Eichhorns instrumentaler Schwerpunkt ist seine Stimme. Für ihn ist das Singen im Gottesdienst „eine gesteigerte Form der Verkündigung“ und auch „eine Art emotionaler Überhöhung“. Vier Chöre für alle Altersstufen leitet Axel Eichhorn in Bersenbrück.

Auch sein Engagement auf dem bevorstehenden Katholikentag in Osnabrück zeugt von seinem musikalischen Schwerpunkt. Dort wird er mit seinem Kammerchor Duke Ellingtons „Sacred concert“ zu Gehör bringen, sein Kirchenchor ist Teil des riesigen Katholikentags-Eröffnungschores, sein Jugendchor singt in Osnabrück neue geistliche Lieder. Eichhorn plädiert für ganz frühes Singen in der Familie, um die seelische Gesundheit zu stärken. „Singen gehört zum Menschen natürlich dazu, noch bevor ein Kind spricht, singt es“, erklärt er. Er empfiehlt den Eltern, von klein auf mit den Kindern zu singen, egal wie das klinge. In ihrer großen Familie gehen die Eichhorns mit gutem Beispiel voran. Das Mittagsgebet wird gesungen, und zwar im Kanon.