Ein Artikel der Redaktion

Samtgemeinde Bersenbrück Fröhliches Fest auf der Asphaltpiste

28.11.2004, 23:00 Uhr

Gelegenheit zu einer fröhlichen Feier werden die Bersenbrücker noch oft haben, nur eben nicht hier: Auf der nagelneuen Ortsumgehung für die Bundesstraße 68 haben sie gestern ein fröhliches Straßenfest gefeiert. Einen Tag lang hatten Wanderer, Radsportler, Kutschen und Spaziergänger die 5,5 Kilometer lange Asphaltpiste ganz für sich alleine.

Gefeiert wird auf der nagelneuen Straße heute in einer Woche schon wieder. Aber nur mit ausgesuchten Gästen, wenn das größte Bersenbrücker Bauprojekt offiziell für den Straßenverkehr freigeben wird.

"... machet dem Herrn die Wege bereit ..."- das Lied, mit dem die Kinder den 1. Advent besangen, hätte es nicht besser beschreiben können. Zwar sind die Bersenbrücker hoffentlich nicht so vermessen und glauben, dass gerade sie für den Bau von Gottes Wegen zuständig sind. Vielmehr haben sie nach jahrzehntelanger Debatte eine wichtige Verkehrsader um die Stadt herumgeleitet. Dieses Gefühl der Zufriedenheit war allenthalben zu spüren.

Die Umgehungsstraße als Sackgasse und Einbahnstraße? Das hätten viele Bürger angesichts der langen Dauer sicher so gesehen. "Zuletzt aber, als schneller gebaut wurde als geplant, war es wie auf der Überholspur", sagte Pastor Garth Bräunlich von der Bonnusgemeinde. Gemeinsam mit Pfarrer Bernhard Horstmann von der St.-Vincentius-Gemeinde hielt der im Festzelt vor fast 500 Gästen den ökumenischen Gottesdienst ab.

Diesen wollte Horstmann durchaus als "aufrüttelnd" verstanden wissen. "Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde, Konzepte zu entwickeln, so dass die Stadt künftig nicht nur umfahren wird." Er wünsche sich den Startschuss zu weiteren neuen Wegen, spielte auf die Neugestaltung der Bramscher Straße an.

An "harte Zeiten und viel Kritik" erinnerte sich Bürgermeisterin Renate Hülsmann, während Altbürgermeister Walter Sandbrink heftige Diskussionen, leidenschaftliche Debatten, Resolutionen und Ortstermine vor Augen hatte.

40 Jahre habe die Umgehung Rat und Verwaltung beschäftigt. Sich nach einem "langen Weg" auf dem Erreichten auszuruhen, akzeptierte Sandbrink nicht: "Jetzt müssen wir den Ost-West-Verkehr nördlich an Bersenbrück vorbeiführen."

Bundesstraßen seien die Hauptentwicklungsachsen in Deutschland, so Samtgemeindebürgermeister Dr. Michael Lübbersmann. "An ihnen liegen prosperierende Städte, aber der Verkehr muss flüssig bleiben." Deshalb sei die Umgehung für Bersenbrück eine "Riesenchance".