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Niedersächsische Musiktage Konzert mit romantischem Grusel in Westerholte

Von Martin Schmitz | 29.06.2016, 21:40 Uhr

Schauerromantik und milden Grusel verspricht ein Wandelkonzert im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage in Ankum-Westerholte. Die Teilnehmer wandern am 18. September durch das Giersfeld mit seinen Vorzeitgräbern, so alt wie die Pyramiden. Und dann taucht auch noch ein Feuergeist auf. Entspannung gibt es beim Ausklang mit Fingerfood und Drinks im (überdachten) Innenhof des Herrenhauses, das zum Artland Golfclub gehört.

Die von der Kreissparkasse Bersenbrück unterstützten Wandelkonzerte im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage , darauf freuen sich nicht nur Bernd Heinemann und Lars Pfeilsticker vom Geldinstitut. Diesmal geht es durch einen Landstrich, der so magisch aufgeladen ist wie keiner im Osnabrücker Nordland. Startpunkt ist das Großsteingrab vor dem Artland-Golfclub in Ankum-Westerholte, ein Touristenmagnet, nachdem es kürzlich freigelegt und ins rechte Licht gerückt wurde, verrät Christoph Weßling vom Clubvorstand. Dahinter liegen weitere Vorzeitgräber aus Steinzeit und Bronzezeit, sogar eine Art von Fürstengrab ist dabei.

Nicht weit von diesem uralten heiligen Bezirk liegt die Alkenkuhle. Sie geht auf ein geologisches Phänomen zurück, das man sonst nur aus dem Karstgebirge Jugoslawiens kennt. Und ist mit der Sage um den Krüger Alke verknüpft, den die Erde mitsamt seinem Gasthaus verschlang, weil er frühe Christen vom Kirchgang abhalten wollte. Wer ihn herausfordert, dem erscheint er als tödliches Feuerrad.

Schauspieler Oliver Meskendahl vom Stadttheater Osnabrück soll der tragischen Gestalt des Verfluchten Leben einhauchen, an der Alkenkuhle seine Geschichte erzählen, verrät Sandra Hoffmann vom Musiktage-Organisationsteam.

Ein solcher Grenzgang zwischen Magie und Realität, das verlangt nach Musikern, die als Grenzgänger in der Klassik wie in der populären Musik zu Hause sind. Hoffmann hat sie gefunden: vier junge Wiener Symphoniker, Solisten, Hochschullehrer in ihren Instrumentenfächern. Als Quartett „Faltenradio“ gönnen sie sich Ausflüge in die Volksmusik, die im Alpenland gern auch mal zum Folk mutiert.