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Mit Unterstützung von Unternehmen Bersenbrück: Kinder im Notfall besser betreuen

Von PM. | 21.09.2011, 17:38 Uhr

Die Samtgemeinde Bersenbrück hat ein Konzept zur Notfallbetreuung von Kindern entwickelt, das jetzt mit finanzieller Hilfe regionaler Unternehmen umgesetzt werden soll.

Die Zahl der Eltern, die beide berufstätig sind, steigt zunehmend. Dabei verliert das Modell der betreuenden Großmütter gleichzeitig an Bedeutung. Denn immer mehr Frauen gehen nach einer Kinderbetreuungszeit arbeiten, weil sie fürs Alter vorsorgen oder sich beruflich verwirklichen möchten. Dem Bündnis für Familien im Landkreis Osnabrück geht es darum, Eltern die Wahl zu ermöglichen, Beruf und Familie zu vereinbaren. Deshalb hat der Landkreis Osnabrück das Vorhaben in Bersenbrück sofort unterstützt. Wenn junge Familien mit einem Gehalt gut leben können, ist es erfreulich. In vielen Familien ist aber nach Auslaufen des Elterngeldes ein zweites Einkommen erforderlich. Außerdem steigt die Anzahl an gut qualifizierten Frauen, die sich Beruf und Familie wünschen.

Die Kreissparkasse Bersenbrück ist von dem Modell der Notfallbetreuung überzeugt und unterstützt die Samtgemeinde Bersenbrück bei der Bildung eines Familienfonds, teilte Bernd Heinemann mit, weitere Unternehmen aus der Region sind ebenfalls interessiert.

Über deren Beteiligung würden sich die Akteure freuen. „Durch die Bereitschaft vor Ort, sich für die Belange von Familien einzusetzen, konnten wir den wohl ersten Familienfonds im Landkreis aufbauen, mit dem eine Notfallbetreuung von Kindern finanziert wird“, betont Dr. Michael Lübbersmann, Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück. Plötzliche Ausfälle des Betreuungssystems, die immer dann entstehen, wenn das Kind oder die Tagesmutter erkrankt, bereiten Eltern zunehmend Schwierigkeiten. In Bersenbrück sollen berufstätige Eltern dann entlastet werden, wenn ihre Not am größten ist. Denn junge Familien stehen zunehmend vor der Schwierigkeit, dass sie auf der Arbeit nicht fehlen können und auch keine Familien haben, die spontan einspringen können. Der zuständige Dezernent im Landkreis Osnabrück, Matthias Selle, freut sich auf die weitere Umsetzung: „Nur durch das Engagement verschiedener Partner vor Ort konnten so schnell ein tragfähiges Konzept und eine gesicherte Finanzierung erreicht werden“, sagte er. Das Vorhaben zeige damit, wie erfolgreich die Idee des Bündnisses für Familien ist, indem Partner aus verschiedenen Bereichen auf lokaler Ebene zusammenarbeiten. Sobald das Bersenbrücker Modell läuft, werde es beispielhaften Charakter, auch für die anderen Gemeinden des Landkreises Osnabrück entwickeln, ist Selle überzeugt.

Damit Eltern ihr Kind guten Gewissens auch in Notfallsituationen abgeben können, kommt jetzt für Regina Bien, Gleichstellungsbeauftragte und Leiterin des Familienservicebüros in der Samtgemeinde Bersenbrück, der wichtigste Teil: „Nachdem es mit Unterstützung des Fachdienstes Jugend und der Koordinatorin für das Bündnis für Familien im Landkreis Osnabrück so schnell gelungen ist, ein tragfähiges Konzept aufzubauen und vor Ort Sponsoren zu finden, suchen wir geeignete Betreuungskräfte.“ Ihr liegt es dabei am Herzen, zuverlässige und sehr erfahrene Kräfte zu gewinnen. Denn für Kinder ist es nie leicht, plötzlich von jemand Unbekanntem betreut zu werden. Damit muss die Betreuungskraft umzugehen wissen.

„Deshalb werden wir bei der Auswahl besonders gründlich prüfen“, sicherte sie zu. Der Einsatz in geeigneten Privaträumen ist dabei ebenso möglich wie in öffentlichen Einrichtungen, etwa Kindergärten. Für Bewerber und Bewerberinnen ohne pädagogische Vorbildung wird ein umfassender Qualifizierungskurs angeboten.

Weitere Informationen im Familienservice-Büro im Bersenbrücker Rathaus oder bei Regina Bien, Telefon 05439/ 962154 und Karin Röwekamp, Telefon 05439/ 962156.