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Kritik an Linksabbiegerspur Bürgerinitiative gegen Biogasanlage in Ahausen gegründet

Von Sigrid Schüler-Juckenack | 08.09.2011, 16:21 Uhr

In Bersenbrück-Ahausen hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen die geplante Biogasanlage im Gewerbegebiet Ahausen zur Wehr setzen möchte.

Frank von der Haar aus Ankum-Rüssel informierte während einer Versammlung in der Gaststätte Raming in Ahausen, welche Probleme seiner Ansicht nach auf die Bersenbrücker zukommen, sollte die Anlage gebaut werden.

Große Sorge bereitet von der Haar die Verkehrsanbindung für die 1,2-Megawatt-Anlage. Für den Transport des Gärsubstrates, Mais und Gülle, sowie für den Abtransport der Gärreste seien insgesamt rund 5500 Fahrten pro Jahr zu veranschlagen, so von der Haar. In Zeiten von Spitzenbelastungen könnten es über 100 Transportfahrzeuge sein, die täglich zur Biogasanlage fahren, meint er. Durchs Dorf müssten die nicht, das Gewerbegebiet hat eine eigene Zufahrt von der Bundesstraße 214, sogar mit Linksabbiegerspur. Von der Haar bezweifelt, dass diese Zufahrt ein sicheres Verkehrskonzept darstellt, und befürchtet durch Rückstaus auf der Bundesstraße ein erhöhtes Unfallrisiko.

Ein weiteres Problem in seinen Augen: Für die Anlage, die für den Betrieb mit Mais und Rinder- sowie Schweinegülle genehmigt werden soll, sei die Nachgenehmigung für Trockenkot möglich. Die müsse nicht öffentlich gemacht werden, erklärte er. Er stellte ebenfalls die Frage nach einem Störfallkonzept und ob es in einem Brandfall genug Löschwasser gebe. Zudem befürchtet er Belastungen für die Anwohner durch Emissionen und eine erhöhte Gesundheitsgefahr durch Keime, die sich möglicherweise in den Gärresten halten und eine nachhaltige Gefahr darstellen, wenn sie zur Düngung auf Ackerflächen ausgebracht werden. Probleme für die Bodengesundheit und den Wasserhaushalt seien programmiert, wenn sich die Bewirtschaftung der Ackerflächen nur noch auf Ertragsoptimierung ausrichte. Für die bäuerliche Landwirtschaft seien die steigenden Pachtpreise für landwirtschaftliche Nutzflächen eine existenzielle Bedrohung.

Rolf Gelinsky, Bauausschussvorsitzender der Stadt Bersenbrück, erklärte, dass er die Bedenken der Bürger sehr gut verstehen könne. Allerdings sei die Rechtslage so, dass grundsätzlich eine Biogasanlage in das Industriegebiet gebaut werden dürfe. Die Stadt könne nicht nachträglich eine Veränderungssperre beschließen. Täte sie dies, kämen Zahlungsforderungen der Investoren auf sie zu.

Noch am gleichen Abend wählte die Versammlung eine Gruppe von Personen, die als Ansprechpartner der Bürgerinitiative fungieren und weitere Informationsveranstaltungen in Bersenbrück initiieren solle.

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