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„Jugend forscht“: Superergebnis Forscher-Boom am Gymnasium Bersenbrück

01.03.2015, 20:06 Uhr

So gut war das Gymnasium Bersenbrück im bundesweiten Wettbewerb „Jugend forscht“ noch nie: Vier erste Plätze und zwei Sonderpreise brachen Schüler vom Bezirksentscheid in Lingen mit nach Hause.

Seit Beginn des neuen Schuljahres bereiten sich 13 Schüler und eine „Ehemalige“ in zwei Altersgruppen auf den Wettbewerb vor. Für die 15 bis 21 Jahre alten Teilnehmer heißt er „Jugend forscht“, für alle von der vierten Klasse bis zum 14. Lebensjahr „Schüler experimentieren“.

In Lingen stellten mehr als 80 Schülergruppen aus dem Emsland, der Grafschaft Bentheim und Stadt und Landkreis Osnabrück ihre Experimente, Versuchsergebnisse und Modelle vor.

Aber wie kommen Schüler auf die Idee, Solarmodule zu reinigen? Nun – vor zwei Jahren testeten Sebastian Kleine-Kuhlmann, Mats Vormbrocke und Laurens Tomoor, wie Schmutz die Leistung von Solarmodulen hemmt. Damit kam die Frage auf, wie die Module sauber gehalten werden können, erklären die Siebt- und Achtklässler. Sie schufen einen Roboter, der Solaranlagen mit Wasser schonend und günstig reinigt. Dafür besorgte ihnen die Schule eigens eine kleine Solaranlage. Die Anschaffung lohnte sich. Die Schüler machten den ersten Platz in der Sparte Physik in „Schüler experimentieren“.

Sechstklässler Nick Koldeweihe gewann in der gleichen Sparte einen Sonderpreis der Zeitschrift „Geolino“mit einem Versuch zur Größe der Flügel eines Gleitfliegers. Je größer die Flügel, desto größer der Auftrieb, lautet sein Ergebnis.

Den ersten Preis in der Sparte „Geo- und Raumwissenschaften“ in „Jugend forscht“ und einen Sonderpreis gewannen Julius Willmaring und Tobias Dettmer für eine Methode zur Energiegewinnung aus Wasserkraft: Dazu hatten sie im vergangenen Jahr eine archimedische Schraube entwickelt. Diesmal stellten sie ein verfeinertes Modell vor.

Noa Eichhorn und Carina Rehkamp stellten aus Kastanien, Eicheln und Walnüssen Waschlösungen her und fanden heraus, dass eine Walnuss-Lösung Schmutzflecken am besten herauswäscht. Die Schülerinnen der sechsten Klasse folgten einer Spur, auf der vor Jahren schon Gymnasiasten aus Bersenbrück sehr erfolgreich forschten . Sie belegten den ersten Platz im Arbeitsgebiet Chemie in „Schüler experimentieren“ und setzten sich gegen vier weitere Gruppen durch.

Nora Willmaring, die im Sommer 2014 in Bersenbrück ihr Abitur machte, nahm ebenfalls am Wettbewerb teil. Voriges Jahr stellte sie eine theoretische Ausarbeitung vor, die Zahl schädlicher Milben in Bienenvölkern zu verringern. Nun setzte sie diese Arbeit praktisch fort mit einer Versuchsreihe, in der sie unter anderem täglich Hunderte von Milben zählen musste. Der Lohn ihrer Mühe: erster Platz in der Sparte Biologie in „Jugend forscht“.

Tobias Grüter, Claas Hülsmann und Philipp Siemann sowie Felix Palmer und Henrik Schmeink konnten zwar keine ersten Plätze gewinnen, trugen aber zu einem tollen Gesamtergebnis bei.

Als Projektbegleiterin ist Lehrerin Kerstin Recker-Kopka „total zufrieden mit dem außergewöhnlichen Ergebnis“ und stolz auf die Schüler, die sehr viel Zeit investiert hätten, sagt sie. Vor allem Nora Willmaring habe eine „unheimliche Fleißarbeit“ geleistet. Auch der kommissarische Schulleiter Falk Kuntze freut sich: „Ich bin sehr froh über das erfolgreiche Abschneiden und verbinde dies mit der Hoffnung, dass der naturwissenschaftliche Unterricht in den Köpfen und Herzen unserer Schüler einen größeren Raum gewinnt.“

Für die Erstplatzierten geht es Ende März zum Landeswettbewerb, der für „Schüler experimentieren“ in Oldenburg stattfindet und in Clausthal-Zellerfeld für „Jugend forscht“. Für die 50. Runde von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb hätten sich insgesamt 11502 Jugendliche angemeldet, teilt die Stiftung Jugend forscht mit.