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Herzblut für Weihnachtsbäume Tannenhof Ottens in Ankum eine angesagte Adresse

15.12.2015, 11:31 Uhr

Reger Andrang herrscht an diesem Sonntagvormittag auf dem Tannenhof Ottens. In den Wochen vor Weihnachten avanciert der Betrieb am Meisenfeldweg, dessen Hauptstandbein die Sauenzucht darstellt, zu einem Mekka der Tannenbaumkäufer. Dass die Kundschaft in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen ist, hat einen Grund. Nur perfekt gewachsene Nordmann-Tannen wechseln hier den Besitzer.

Der gute Ruf, den der Tannenhof Ottens auch über die Kreisgrenzen hinaus genießt, ist nicht zuletzt auch an den Kennzeichen von mehreren Dutzend Autos abzulesen, die auf dem großen Hofplatz parken. EL, VEC oder ST verraten, bis wie weit sich der Kundenkreis hinzieht.

Die Qual der Wahl, so Heinrich Sievers aus dem westfälischen Steinbeck, die gibt es hier eigentlich gar nicht. Schon der zweite Baum, den er sich mit seiner Frau ansieht, ist auch von ihrer Seite „genehmigt“.

Mit geschulten Handgriffen netzt das Ottensteam die ausgewählte Tanne ein. Den Wunsch des Käufers nach einem Anspitzen des Stammes kommt Mitarbeiter Stani mit seiner Motorsäge in Handumdrehen nach. Ein „Shuttle-Service“ bringt das ausgewählte Exemplar zum Parkplatz und selbst beim verkehrsgerechten Verstauen des guten Stückes wird mit Hand angelegt.

Wenn Karin Ottens von ihren 25 Hektar umfassenden Weihnachtsbaumkulturen erzählt, gerät sie ins Schwärmen. Wie viel Herzblut sie und ihr Team in die Tannenbäume investiert, wird dabei schnell deutlich. Als die gelernte Krankenschwester vor 35 Jahren nach Aslage kam, hatte sie mit Tannen wenig „am Hut“. Ein Hamburger Viehhändler, der damals bereits in der Hansestadt Weihnachtsbäume verkaufte, habe sie auf die Idee gebracht, so Ottens.

Lebhaft erinnert sie sich an die Anfänge. Habe man in den Anfangsjahren auch eine Menge Lehrgeld bezahlt, perfektionierten Heinz und Karin Ottens den Aufbau der Weihnachtsbaumkulturen. Bis aus den kleinen Setzlingen nach sieben bis acht Jahren stattliche Tannenbäume geworden sind, sind sehr viel Fleiß und etliche Handgriffe von Nöten, so Ottens.

Die ganze Familie packt mit an

Im vierten Wuchsjahr erfahren die Bäume einen Korrekturschnitt sowie eine Stumpfbeschneidung. Es folgen jährliche Nachschnitte, um sie in Form zu halten. Nach dem Schlagen der Bäume, so die Tannenbaumexpertin, verbleiben diese etwa eine Woche auf dem Feld. Nicht zuletzt diese Ruhephase sorgt dafür, dass die Bäume ihre Nadeln lange halten.

Dass sich diese arbeitsintensiven Maßnahmen bewährt haben, zeigt der gute Absatz der Tannenbäume. Mehr als 80 Prozent werden über den Großhandel vermarktet. In den Wochen vor Weihnachten ist Ottens unter anderem auch in Bremen oder Wilhelmshaven mit Verkaufsständen vertreten. Als Mitglied im Weihnachtsbaumerzeugerverband trifft man sich mehrmals im Jahr mit anderen Kulturbetreibern zum Gedankenaustausch.

„Für viele unserer Privat- wie auch Firmenkunden“, so Karin Ottens, „ist der Kauf eines Tannenbaums stets auch ein kleines Event“. Bekommen die Kinder hier ihr eigenes kleines Weihnachtsbäumchen, ist die obligatorische Fleischwurst in schmucker Weihnachtshülle schon seit Jahren eine kleine Zugabe beim Kauf eines Baums.

Auf Wunsch liefert Ottens den Weihnachtsbaum in der Region auch frei Haus. Viele Kegelklubs, Vereine und Firmen richten im Festzelt auf dem Hof ihre Weihnachtsfeier aus.

Das alles lässt sich natürlich nur realisieren, wenn die ganze Familie mit anpackt. So sorgt Tochter Sabrina mit dem Verkauf von Weihnachtsgestecken, selbst hergestellten Likören und Gelees für ein zusätzliches Angebot, während sich Schwägerin Gisela Kruthoff mit dem Servieren und Glühwein, Plätzchen und Brezeln um das Wohlergehen der Kunden kümmert.