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Gespräch mit dem SkF SPD-Delegation informiert sich über Frauenhaus in Bersenbrück

Von PM. | 13.05.2018, 21:55 Uhr

Vier Kommunalpolitikerinnen der SPD-Kreistagsfraktion haben sich bei einem Besuch beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Bersenbrück über die aktuelle Lage im Frauen- und Kinderschutzhaus informiert.

Wie Jutta Brockhage als Vorstandsvorsitzende des SkF den Gästen erläuterte, halte sie das Bundes-Modellprojekt „Bedarfsanalyse und Bedarfsplanung zur Weiterentwicklung des Hilfesystems zum Schutz von Frauen vor Gewalt und vor häuslicher Gewalt“ für ein gutes Instrument, um das bestehende Hilfesystem auf den Prüfstand zu stellen. „Der Blick allein auf die Belegungssituation in den Frauenhäusern wird dem Thema Gewalt gegen Frauen nicht gerecht. Vielmehr muss das gesamte Hilfesystem betrachtet werden“, wird Brocklage in einer Pressemittelung der SPD-Kreistagsfraktion zitiert. Dies funktioniere im Landkreis Osnabrück ausgesprochen gut.

Die SPD-Kommunalpolitikerinnen Jutta Olbricht, Anne Christ-Schneider, Ulla Möhr-Loos, Jutta Dettmann und Annegret Mielke erfuhren, wie gut beispielsweise die Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Osnabrück mit ihren Dienststellen funktioniere. Auch der Aufbau des Netzwerkes mit anderen Hilfsangeboten wie „Osnabrück gegen Gewalt“, „Nein heißt Nein“ oder „Faust“ habe sich bewährt. Dennoch gebe es durchaus Ansätze, damit Frauen noch effektiver Hilfe erfahren könnten. „Hilfsangebote im ländlichen Raum können im Gegensatz zu städtischen variieren“, so Helene Wiebe, Sozialpädagogin beim SkF. Die Kooperationen mit den „größeren“ Rathäusern in den einzelnen Kommunen haben sich bewährt. Die Suche nach passgenauem Wohnraum gestalte sich allerdings schwierig. Die Samtgemeinde Bersenbrück habe sich in diesem Zusammenhang bereits auf den Weg gemacht, berichtete Samtgemeindebürgermeister Horst Baier. Mit der Gründung der Hase-Wohnbau GmbH könne man in naher Zukunft bezahlbaren Wohnraum in näherer Umgebung vorhalten.

Ein weiterer Ansatz zur Verbesserung des Hilfesystems für Frauen, die von Gewalt betroffen seien, sei die Aufklärung der Möglichkeiten im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes, so SkF-Geschäftsführerin Ursula Lonnemann. In diesem Zusammenhang könne über eine verbesserte Täterarbeit nachgedacht werden. Auch kämen oft bei Frauen mit Migrationshintergrund Sprachprobleme hinzu. Anne Christ-Schneider, sozialpolitische Sprecherin der SPD im Kreistag, nahm die Anregungen gerne auf. Gerade der Ausbau der proaktiven Täterberatung und auch die Berücksichtigung der Barrierefreiheit in den Einrichtungen der SkF wolle sie zum Thema in ihrer Fraktion machen.