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Gemeinde greift Projekt auf Markthalle könnte Alfhausen beleben

Von Martin Schmitz | 28.08.2016, 20:30 Uhr

Vier Alfhausener planen eine genossenschaftlich betriebene Markthalle für regionale Produkte. Die Gemeinde möchte ihr Konzept ausweiten und zur Neugestaltung ihres ehmaligen Gemeindebüros nutzen.

Die Idee kam beim Weihnachtsessen mit dem befreundeten Ehepaar Wörtmann, berichtet Rochus Marszalkowski. Da ging es um die Frage, ob man den Innenort nicht mit einem Dorfladen beleben könne, einer Mischung aus Laden und Kulturzentrum. Die Marszalkowskis lernten das Konzept in Köttingen bei Erftstadt kennen.

Hermann Wörtmann war begeistert und holte Rudi Gosmann und Jürgen Holtkämper ins Boot. Die beiden engagieren sich in der Erhaltung seltener Haustierrassen und alternativer Haltungsformen und seien ebenfalls Feuer und Flamme gewesen. Doch mit ihnen habe sich das Konzept in Richtung einer kleinen Markthalle entwickelt, die regional erzeugte Produkte anbietet. Sie könnte Kochkurse anbieten, um ihren Kunden zu zeigen, wie man die Lebensmittel zubereitet, die die Markthalle anbietet. Auch andere kulturelle Veranstaltungen wie etwa Lesungen wären denkbar.

Platz für eine solche etwa 70 Quadratmeter große Markthalle wäre zum Beispiel in der ehemaligen Dorfschule und späteren Gemeindeverwaltung an der Schulstraße. Marszalkowski hat hier als Unternehmensberater und Coach ein Büro. Die ideale Organisationsform für ihr Projekt „Markthalle – Alfhauser Dorf(er)leben“ sieht das Quartett in der Genossenschaft. Um nämlich wie gewünscht das Dorfleben zu bereichern, braucht die Markthalle breite Unterstützung, ideell und selbstverständlich auch finanziell. Und die Genossenschaft sichert ihre Unterstützer am besten vor dem wirtschaftlichen Risiko ab.

Genossenschaft „i.G.“

Die Genossenschaft in Gründung beteiligt sich mit ihrem Konzept an einem Wettbewerb des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems. Bald wollen die vier es auch öffentlich vorstellen, auf der Herbstkirmes etwa oder dem Weihnachtsmarkt in Alfhausen.

Die Gemeinde als Eigentümerin des Altbaus an der Schulstraße sucht schon lange nach einer neuen Nutzung für das Gebäude, das sanierungsbedürftig ist. „Wir mussten da sowieso etwas machen“, sagt Bürgermeister Klaus Wübbolding. Im Juli habe die Sache rasch Fahrt aufgenommen. Weil die Markthalle nur einen Teil des Gebäudes nutzen würde, sollen Ferienwohnungen entstehen, Übernachtungsmöglichkeiten gebe es noch zu wenige in Alfhausen.

Für Sanierung und Umbau steht eine Summe von 1,6 Millionen Euro im Raum. Die Gemeinde als Bauherr könnte 73 Prozent der Bausumme als Zuschuss aus dem Topf für Dorferneuerung einwerben. Die Pläne wurden mit der IPW Ingenieurplanung abgestimmt und dem Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ArL), das für Dorferneuerung zuständig ist.

Nach Vorarbeiten im Planungsausschuss machte der Gemeinderat Nägel mit Köpfen. Drei Architektenbüros aus der Region mit Erfahrung in Altbausanierung sollen Entwürfe einreichen, beschloss er in seiner jüngsten Sitzung. Im September sollen sie ihre Konzepte vorstellen, bis Mitte Februar muss die Gemeinde ihren Antrag auf Förderung beim ArL gestellt haben, damit der im gleichen Jahr bewilligt werden kann.

Drei Projekte für die Dorfmitte

Bevor der Umbau beginnt, muss eine Lösung gefunden werden für eine langjährige Mieterin einer Wohnung im Gebäude. Fertig werden dürfte das Bauprojekt frühestens 2018. Dann soll der Betrieb ausgeschrieben werden, die Genossenschaft kann sich darum bewerben.

Nicht weit entfernt soll bald Alfhausens neuer Kindergarten entstehen. Und gegenüber der alten Gemeindeverwaltung befindet sich der alte Friedhof. Für den gibt es schon länger Pläne für eine Umgestaltung zu einem kleinen Park, die kürzlich noch einmal überarbeitet wurden. Zusammen mit der Markthalle samt kleinem Kulturzentrum und Ferienwohnungen dürften diese drei Projekte die Dorfmitte aufwerten und für eine spürbare Belebung sorgen, erwartet der Bürgermeister im neuen Gemeindebüro.

Das sieht Marszalkowski in seinem Büro in der alten Gemeindeverwaltung drei Straßen weiter durchaus ähnlich. Die Genossenschaft in Gründung muss nun aber zuerst einmal ihr eigenes Projekt Markthalle voranbringen, sagt er.