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Gemeinde fragt an Flüchtlinge im Gehrder Pfarramt?

Von Sigrid Schüler-Juckenack | 07.12.2015, 08:00 Uhr

Welche Pläne hat die Kirchengemeinde St. Christophorus Gehrde mit ihrem Pfarramt? Eignet es sich zu Unterbringung von Flüchtlingen und stünde es zur Verfügung? Die Mitglieder des Ausschusses für Finanzen, Infrastruktur und Wirtschaft der Gemeinde Gehrde beschlossen am Donnerstagabend, eine Anfrage an die Kirchengemeinde zu stellen.

Aufgrund der Flüchtlingssituation rechnen die Ausschussmitglieder damit, dass im kommenden Jahr noch mehr Menschen untergebracht werden müssen, wahrscheinlich auch in Gehrde. Der Ausschuss beschloss, dass die evangelische Kirchengemeinde St. Christophorus in Gehrde offiziell angefragt wird, welche Pläne es für das leer stehende Pfarramt gibt und ob es zur Unterbringung von Flüchtlingen infrage kommt.

Der Ausschussvorsitzende Michael Lange (Bürgerliste Gehrde) erklärte, dass Flüchtlinge auch eine Chance für Gehrde darstellen können. Insbesondere könnte sie die Schülerzahl erhöhen und auf diese Weise dazu beitragen, die Zweizügigkeit der Grundschule zu erhalten.

Pflasterhebungen sind Schäden, die durch Wurzeln von Bäumen verursacht werden und in Gehrde in verschiedenen Straßen zu beobachten sind. Im kommenden Jahr sollen Maßnahmen zur Behebung der Schäden, aber auch zum Schutz von Häusern, ergriffen werden, erklärte Michael Lange. Wenn möglich, sollen die Bäume erhalten werden, denn „Gehrde ist ein Dorf der Linden“, so Lange. Welche Maßnahmen ergriffen werden, soll im Einzelfall entschieden werden.

Zum Haushalt für das kommende Jahr liege noch kein Entwurf vor, in dem konkrete Zahlen aufgeführt sind, erklärte Lange. Die Gemeinde hat aber eine Liste mit Maßnahmen erstellt, für die Geld eingestellt werden sollte. So steht die Anschaffung von fünf bis sechs Straßenlaternen an, davon drei für die Verlängerung der Marie-Schmidtsberg-Straße und eine für die Beleuchtung an der Jahnstraße. Geplant sind auch Malerarbeiten am ÖPNV-Haus, Maßnahmen zur Verkehrssicherheit und zur Instandhaltung der Spielplätze. Bei den Spielplätzen bestehe dringend Handlungsbedarf, hieß es.

Raumwiderstand

Der Ausschuss konnte nicht wie geplant über das Gutachten über die Straßen im Bereich des Windparks Drehle beraten. Das Gutachten sei zwar erstellt, liege aber noch nicht vor, hieß es.

Zum Thema Hochspannungsleitungen beschloss der Ausschuss einstimmig, dem Rat die Empfehlung zu geben, ein Gutachten zur Ermittlung des „Raumwiderstandes“ in der Gemeinde in Auftrag zu geben. Raumwiderstand meint örtliche Gegebenheiten wie etwa Siedlungen oder Naturschutzgebiete, die dem Bau einer Überlandleitung entgegensehen.

Yamela Splinter von der Verwaltung hat eine Messanlage ausgewertet, die den Verkehr im Ort überwacht. In der Langen Straße seien an 20 Tagen insgesamt 766 Fahrzeuge gezählt worden, berichtet sie. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge liege im Durchschnitt zwischen 30 und 45 Kilometer pro Stunde. In einem Fall sei eine Geschwindigkeit von 70 km/h gemessen worden.