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Erste Schritte in neue Zukunft Flüchtlinge betreiben Fahrradwerkstatt in Alfhausen

Von Cristina Schwietert | 10.12.2015, 09:08 Uhr

Vier Männer, drei Fahrräder und ein geöffnetes Scheunentor. Mohammed, Abdul Hamid und Fadi aus Syrien stehen mit Alfred Zimmer, ihrem ehrenamtlichen Integrationslotsen, vor dem Möbellager der Samtgemeinde Bersenbrück in Alfhausen.

In der alten Scheune werden für Flüchtlinge gespendete Möbel, wie Betten, Schränke, Sofas und vieles mehr, gelagert. Mit seinen „Musterschülern“, wie Zimmer die drei vor dem syrischen Bürgerkrieg geflüchteten jungen Männer nennt, hat der 61-jährige gelernte Tischler und Logistiker das kommunale Möbellager sozusagen „aufgemöbelt“: Einen Holzfußboden verlegt, damit das gespendete Mobiliar gut und trocken steht, es geordnet und sauber gehalten wird. Einmal quer über den Hof verbirgt sich hinter einem grauen Garagentor das zweite Betätigungsfeld von Mohammed, Abdul Hamid und Fadi: eine Fahrradwerkstatt, auch sie penibel aufgeräumt und sauber.

Wie bei einem Fahrradverleih stehen die für Flüchtlinge gespendeten Fahrräder sauber in Reih und Glied. „Reparieren und wenn nötig ausschlachten“, so lautet die Devise von Alfred Zimmer. Nichts wird weggeworfen, alles kann noch irgendwo wieder eingesetzt werden.

„Es ist gut, wenn die jungen Männer eine vernünftige Beschäftigung haben“, sagt Zimmer. Immerhin haben sie teilweise schon in ihren Berufen gearbeitet, bevor der Krieg ihr Leben veränderte: Fadi als Maschinenbauingenieur und Abdul Hamid als Facharbeiter Maschinenbau. Mohammed, der Jüngste, konnte immerhin noch sein Abitur in Damaskus machen.

Nun ist für die drei erst einmal angesagt, intensiv Deutsch zu lernen. Jeden Tag fahren sie nach Bersenbrück zum Sprachkurs und fleißig wie sie sind, ist eine Unterhaltung auf Deutsch mit ihnen schon möglich. Doch so sehr Mentor Alfred Zimmer sich über die Lern-Fortschritte seiner „Musterschüler“ freut, so fehlen sie ihm doch in der Fahrradwerkstatt.