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„Ein herrliches Stück Natur“ Kettenkamp renaturiert Ufer am Dinninger Bach

Von Heinz Benken | 06.06.2016, 17:46 Uhr

Die Gemeinde Kettenkamp hat mit der Renaturierung eines 730 Meter langen Streifens entlang des östlichen Ufers des Dinninger Bachs begonnen. Sie schafft damit auch Ausgleichsflächen für neue Baugebiete.

Wegen des ungünstigen Wetters mit vielen Regenfällen hatte sich der Beginn der Baumaßnahme um einige Wochen verzögert. „Es wird ein herrliches Stück Natur werden“, schwärmt Bürgermeister Reinhard Wilke bei einem Ortstermin: Im Dinninger Bruch, zwischen Kettenkamp und Renslage gelegen, trafen sich neben Bürgermeister Wilke und seinem Stellvertreter Werner Lager die Ratsmitglieder Hartwig Meyer und Georg Kottmann vom Umweltausschuss der Gemeinde, Clemens Brinkmann und Marlis Schulz vom Landkreis Osnabrück, Andreas Löw vom Ingenieurbüro Westerhaus, Klaus Schlüwe vom beauftragten Kettenkamper Garten- und Landschaftsbaubetrieb und Baggerfahrer Erich Bischalski.

„Die Revitalisierungsmaßnahme wird sich in den kommenden Jahren prachtvoll entwickeln“, sind sich Marlis Schulz und Clemens Brinkmann sicher. Der Dinninger Bach, der als wertvolles Referenzgewässer eingestuft ist, bleibt unverändert. Der Randstreifen wird nach der Baumaßnahme der Natur ohne künftige menschliche Eingriffe überlassen. Das Vorhaben dient dazu, Ausgleichsflächen für in der Gemeinde entstandene Baugebiete zu schaffen.

Bach wertvolles Gewässer

Auf der östlichen Seite des Dinninger Baches – auf westlicher Seite verläuft die höher gelegene Durchgangsstraße – wird ein 730 Meter langer und zehn Meter breiter Uferstreifen, der nun Eigentum der Gemeinde Kettenkamp ist, zur Revitalisierung des Dinninger Bachumfelds genutzt werden. Durch eine spätere Maßnahme soll im Bach eine Sohlgleite angelegt werden, mit der die Lebensverhältnisse für Fische und Amphibien verbessert werden. Im Bach gibt es bereits eine vielfältige Fischfauna mit Neunaugen und Steinbeißern.

Der Schwerpunkt der Renaturierung liegt auf der Wiederherstellung und Entwicklung der Auenfunktionen des Baches. Durch etwa einen halben Meter tiefe Abgrabungen im Uferbereich sollen die Gewässerseitenräume wieder möglichst früh überflutet und damit an das Gewässer und das natürliche Abflussregime angebunden werden. Grundsätzlich wird bei der geplanten Abgrabung des Ufers nicht in das Gewässerbett mit seiner vorhandenen Kiessohle eingegriffen.

Die durch die Absenkung des östlichen Ufers geschaffene Berme wird parallel zum Bach verlaufen und nur ein leichtes Quergefälle von rund fünf Zentimetern über die gesamte Bermenbreite zum Bachverlauf aufweisen. Die neue gewässerseitige Böschungsoberkante wird im Übergangsbereich zur Berme leicht ausgerundet. Der Anschluss an das vorhandene Gelände erfolgt mit einer schmalen Böschung, die eine leichte Neigung aufweisen wird. Am Fuß dieser Böschung wird eine 25 Zentimeter tiefe, abflusslose Mulde angelegt.

Auf dem betroffenen östlichen Bachufer befinden sich derzeit mehrere Bäume. Um diese Bäume zu erhalten, wird die Abgrabungsmaßnahme dem Baumbestand detailliert angepasst. Es wird auf der neu entstehenden Aue außerdem genug Raum für Sträucher und Gehölzstreifen geben, die wiederum Lebensraum für die Fauna schaffen.