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Dorferneuerung Lehrstück in Kommunikation Großbaustelle Eggermühlen

Von Martin Schmitz | 30.07.2014, 21:11 Uhr

ms Eggermühlen. Zwei Millionen Euro Invest, drängende Probleme gelöst und Eggermühlen ansehnlich weiterentwickelt: Das ist die Bilanz der Dorferneuerung, die gerade abgeschlossen wurde. Doch wie heißt es so schön im Fußball: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

13 Jahre dauerte dieses Verfahren, Heinz Specker hatte es als Bürgermeister angestoßen. Deshalb war er auch Ehrengast, als sein Nachfolger Markus Frerker kürzlich Bilanz zog. Außer Behördenvertretern und Planern waren Vertreter des Arbeitskreises und Privatinvestoren eingeladen.

17 private Bauvorhaben sind eine hohe Zahl und zeugen von einer breiten Beteiligung an diesem Verfahren. Die Privatinvestoren bewegten ein Volumen von 675000 Euro. Für Mehrkosten für eine dem Ortsbild entsprechende Bauweise erhielten sie 200000 Euro.

Für öffentliche Projekte flossen 1,3 Millionen, berichtete Frerker, knapp die Hälfte davon als Zuschuss aus dem Topf für Dorferneuerungsmittel. Mit dem Geld wurde der provisorische Parkplatz an der Friedhofskapelle zu einem echten Platz gestaltet. Eggermühlens katholische Kirchengemeinde renovierte die Friedhofskapelle, zusammen mit dem Platz gibt sie der bis dahin offenen Flanke im Ortsbild nun eine deutliche Kontur.

Dorferneuerungsmittel flossen auch für den Kreisverkehr an der Kreuzung der Landes- und der Kreisstraße vor der Mariä-Himmelfahrts-Kirche. Dieser Kreisel soll das Ein- und Aussteigen an den Haltestellen für Schülerbusse rundum sicherer machen, auch sie wurden erneuert. Zugleich sendet er ein deutliches städtebauliches Signal: Hier beginnt die geschlossene Ortschaft.

Mit Recht stolz sein dürfen alle Beteiligten auf ihre Zusammenarbeit bei der Erneuerung der Straßen und Kanäle im Ortskern. Ureggermühlens Straßen und schlimmer noch: Die Abwasserkanäle, teils über 50 Jahre alt, waren in einem traurigen Zustand. Als dieses Problem in allen seinen Dimensionen sichtbar wurde, taten sich der Wasserverband Bersenbrück und die Gemeinde kurfristig zusammen.

Statt den Bau und den damit auch unvermeidlich damit einhergehenden Ärger in mehrere Abschnitte aufzuteilen, entschlossen sie sich zum kalten Schlag. Der Neubau von 1,7 Kilometer Straßen und Kanälen, verbunden mit 100 Hausanschlüssen, wurde in einem Rutsch durchgezogen. Eggermühlens Zentrum wurde Großbaustelle. Trotzdem gab es zwischen Anliegern, Bauleitung und Gemeinde intensive Kommunikation und präzise Absprachen. Abgesehen von einem Fall konnte nicht einmal die Müllabfuhr Sand ins Getriebe streuen, zog Frerker Bilanz.

Norbert Wencker freut es. Den Wert der Dorferneuerung misst er nicht in verbauten Steinen, sie ist vielmehr ein Prozess, der die Lebensqualität im Dorf verbessert. Und dieser Prozess sollte fortgesetzt werden. Zumal auch neue Förderprogramme aufgelegt werden. Zurzeit nennt sich die Behörde, die Wencker leitet, „Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems“. Ob sie noch so heißt, wenn Eggermühlen das nächste Mal an der Reihe sein sollte, kann er nicht versprechen. Wohl aber, dass die Gemeinde in seinem Haus verlässliche Ansprechpartner hat.