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Caritas-GmbH erkundet Bedarf Eggermühlen: Kommt die Senioren-WG?

Von Björn Thienenkamp | 08.06.2016, 09:04 Uhr

Ob das Projekt einer Alten-Wohngemeinschaft im ehemaligen Eggermühlener Kindergarten verwirklicht wird, dürfte sich wohl bis Ende des Monats entscheiden. Dass es durchaus Interesse daran gibt, zeigte eine Informationsveranstaltung am Sonntag.

Ob sich die Idee, den ehemaligen Kindergarten in Eggermühlen zu einer ambulant betreuten Senioren-WG umzubauen, verwirklichen lässt, steht und fällt mit der Anzahl der Interessenten. Zur Informationsveranstaltung der Caritas Nordkreis Pflege GmbH kamen jetzt überwiegend Menschen deutlich vor dem Rentenalter.

„Eine Flatrate-Unterbringung mit dem Rundum-Sorglos-Paket im Pflegeheim mit der erforderlichen Personalvorhaltung ist von der Gesellschaft nicht mehr finanzierbar“, erläutert Rudolf Fissmann die Notwendigkeit von Alternativen. „Ambulant vor stationär“, nennt der Geschäftsführer der Caritas Nordkreis Pflege die Leitlinie.

„Für den Aufsichtsrat soll ich den Bedarf erkunden, und die Teilnehmer heute sind dafür ein Indikator“, erklärt Fissmann im Gespräch mit unserer Redaktion. „Bleibe ich auf dem großen Anwesen etwa in Döthen-Stottenhausen wohnen, oder gehe ich mit Bescheidenheit aus der Einsamkeit?“, diese Frage müssten sich ältere Menschen stellen.

„2030 wird sich die Zahl der Über-85-Jährigen um 75 Prozent erhöhen“, berichtet Fissmann, spricht von 480 Mitarbeitern, 320 vollstationären Altenheimplätzen und Vollbelegung in den sechs Pflegeeinrichtungen der Caritas Nordkreis Pflege. „Es muss etwas passieren“, sagt der Ankumer hinsichtlich des Angebotes im Alter. „Wie ist die Mentalität auf dem Lande?“, fragt er mit Blick auf aktuelle Projekte wie das Dorfgemeinschaftshaus Merzen und die Tagespflege Bersenbrück.

„Sieben Einzimmerwohnungen mit 25 bis 33 Quadratmetern soll es für sieben bis neun Bewohner geben, dazu jeweils ein Bad mit achteinhalb Quadratmetern, einen 100 Quadratmeter großen Wohn- und Küchenbereich sowie eine großzügige Gartenanlage“, geht Fissmann konkret auf Eggermühlen ein. „So viel Pflege wie nötig“, stellt er das abgestufte Konzept der „ambulant betreuten WG“ vor. „Das lässt sich nur gemeinnützig rechnen“,betont er mit Blick auf das Gebäude und das Grundstück, die von der Kirchengemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

„Zur Warmmiete von etwa 490 Euro kommen Betreuungskosten von etwa 490 Euro und Lebensmittel von etwa 300 Euro. Nach Abzug der Leistung aus der Pflegeversicherung von beispielhaft 473 Euro verbleibt für den Bewohner ein Eigenanteil von etwas über 800 Euro“, rechnet Fissmann vor.

Wo sieht Fissmann sich selbst in 20 Jahren? „In einer ambulanten Wohngemeinschaft am Magnolienplatz in Ankum, wo wir uns mit fünf Nachbarn zusammentun werden – eine Tochter ist schon in einem Pflegeberuf tätig“, hat sich der 56-Jährige bereits konkrete Gedanken gemacht.

Ansprechpartner für das Projekt ist Christoph Römer vom Caritas-Pflegedienst Bersenbrück, 05439/93990. Rückmeldungen sind bis Ende Juni 2016 erbeten.