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BNW hilft bei Qualifizierung Bersenbrück: Zurück in den Beruf

Von Liesel Hoevermann | 25.07.2014, 14:29 Uhr

Lydia Gebel hat es geschafft. Nach einem Qualifizierungskurs für Alleinerziehende des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) hat die 32-Jährige einen Ausbildungsplatz erhalten.

Lydia Gebel sitzt an der Rezeption der Hausarzt-Praxis Heitlage in Bersenbrück. Neben ihr ihre neue Chefin, Dr. Regina Heitlage, mit der sie gerade einen Eintrag in den PC bespricht. Eine gestellte Szene fürs Foto, denn diesmal sind Projektleiterin Nicole Uthmann und Teamleiterin Ute Niehaus vom BNW zu einem Besuch in die Praxis gekommen, außerdem Tanja Repkewitz, Bereichsleiterin der Maßarbeit. Eigentlich weiß die 32-jährige Mutter von zwei Kindern mittlerweile schon ziemlich genau, was in der Hausarztpraxis zu tun ist und natürlich auch, was sie in den PC eingeben muss.

Seit etwa einem Vierteljahr macht sie bei der Ärztin für Innere Medizin ihre Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Drei Jahre dauert die Ausbildung, für die junge Mutter bedeutet das neben Arbeiten und Lernen auch einen gut strukturierten Alltag mit den beiden schulpflichtigen Kindern zu managen. „Das ist machbar, wenn man gut planen kann, außerdem unterstützt mich meine Familie“, nennt Lydia Gebel die entscheidenden Faktoren. Den Schritt vom Familienleben zurück ins Berufsleben zu wagen, hat sie zuvor gründlich überlegt. Unterstützung bekam sie dabei durch den Qualifizierungskurs des BNW. „Gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeiten wir die individuellen beruflichen Perspektiven, dabei ist es wichtig, dass Ausbildungen auch in einen dauerhaften Beruf münden“, erklärt Ute Niehaus vom BNW. „Außerdem unterstützen wir die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer, in dem wir gezielt die persönlichen Stärken und Schwächen analysieren und ihre Eigeninitiative fördern. Das stärkt die Motivation“, ergänzt Nicole Uthmann, die auch den täglichen Unterricht durchführt.

Mit sichtbar positivem Ergebnis, wie Regina Heitlage bestätigt. „Frau Gebel ist zwar älter als andere Auszubildende, dafür bringt sie Lebenserfahrung und Ernsthaftigkeit mit, das ist gut für eine Arztpraxis“, berichtet die Ärztin. Lydia Gebel, die vor ihrer Familienphase eine Ausbildung zur Erzieherin angefangen, aber nicht abgeschlossen hatte, gehört zu den Teilnehmerinnen des Qualifizierungskurses, die für sich den Weg einer neuen Ausbildung gewählt haben, um langfristige Berufsperspektiven zu haben. „Für manche ist auch der direkte Weg in einen Beruf die richtige Entscheidung, die Möglichkeiten sind vielfältig und werden von persönlichen und berufsrelevanten Aspekten bestimmt“, definiert es Tanja Repkewitz. Maximal neun Monate dauert der Kurs mit vormittäglichem Unterricht und möglichen Praktika. Manche Teilnehmer finden auch schon während dieser Zeit einen Berufs- oder Ausbildungsplatz. Bei der Organisation der dauerhaften Kinderbetreuung unterstützt das BNW-Team ebenfalls, denn nur so können die Teilnehmer die eingeschlagenen beruflichen Wege auch selbständig weitergehen.