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Beckmann bei Peugeot/Citroën Jade-Weser-Port-Vertriebsleiter PSA-Gast in Rieste

Von Marcus Alwes | 31.07.2014, 20:16 Uhr

Rieste/Neuenkirchen-Vörden. Für Rüdiger Beckmann steht nach dem Besuch bei PSA Peugeot Citroën fest: Unzufrieden tritt er die Heimreise aus dem Niedersachsenpark – dem großen Industrie- und Gewerbegebiet an der A1 – nach Wilhelmshaven nicht an. „Wir haben eine Idee. Und dann werden wir jetzt mal einige Leute informieren, dass da Potenzial besteht“, sagt er.

Beckmann ist ein Mann der Tat, ein eher hemdsärmeliger Typ. Wuchtig. Einer, der zupackt. Und er ist Vertriebsleiter der Jade-Weser-Port Marketing GmbH – einem großen Container-Terminal an der Küste. Dieser ist eine Gesellschaft des Landes Niedersachsen. Die beiden „Chefs“ von Beckmann sind der Wirtschaftsminister Olaf Lies und der Finanzminister, Peter-Jürgen Schneider.

„Mit dem Besuch bei PSA Peugeot Citroën wollte ich feststellen, inwieweit dieses Unternehmen von seiner Struktur her ein bestimmtes Ladungsvolumen hat, das auch für den Jade-Weser-Port interessant sein könnte“, sagt Beckmann, „ich hatte an die Möglichkeit gedacht, vielleicht sogenannte Short-Sea-Verkehre hier hochzuziehen – von LeHavre oder von Antwerpen.“ Aus den Häfen in Frankreich bzw. Belgien über den Container-Hafen in Wilhelmshaven nach Rieste und Neuenkirchen-Vörden also.

KV-Anlage in Osnabrück?

Das Gespräch zeigt: PSA Peugeot Citroën ist ein Wirtschaftsriese. Weltweit beschäftigt der Automobilkonzern mehr als 195000 Mitarbeiter. Im Niedersachsenpark steht eines seiner Logistikzentren. Tür an Tür in direkter Nachbarschaft zum Versandzentrum von Adidas, dem internationalen Sportartikelgiganten.

Wenn also die „Beckmänner“ des Nordens zu Gesprächen nach Rieste und Neuenkirchen-Vörden kommen, dann ist häufig auch Uwe Schumacher nicht weit. Er vermittelt, gibt Anstöße, er hört auch zu. Als Geschäftsführer der Niedersachsenpark GmbH ist er daran interessiert, dass neue Kontakte entstehen, die den Unternehmen in „seinem“ Industrie- und Gewerbegebiet kurz-, mittel- oder langfristig helfen. Und die Logistikbranche spielt hier aktuell eine ganz große Rolle.

Beckmann und seine Seeweg-Ideen über den Jade-Weser-Port lassen sich zwar diesmal (noch) nicht verwirklichen, aber mit Benoit Gaucherand – dem Leiter des Logistikzentrums in Rieste – und Rainer Haverkamp (zuständig für die Kundenbetreuung an diesem PSA-Standort) tauscht er sich 90 Minuten lang über Logistikthemen aus. Vor allem über Transportwege und Transportmittel der Zukunft. Es geht um andere Möglichkeiten der Warenanlieferungen. Um Straße, Bahn und Wasser.

Gaucherand spricht später von „einem Kennenlerngespräch“, man wolle „in Kontakt bleiben“. Es gebe „gute Ideen, die wir noch vertiefen können.“ So sieht es auch Haverkamp. „Lang-Lkw, Bahnverladung und logistische Fragen über den Standort Rieste hinaus“, nennt er interessante Stichworte, „wir haben uns ausgetauscht, um zu sehen, was es noch für weitere Möglichkeiten gibt.“

Dem aufmerksamen Zuhörer wird sehr schnell deutlich: Hier denken sie mindestens regional. Nicht klein-klein in einfachen Gemeinde-, Stadt- oder Kreisgrenzen. „Wir konnten identifizieren, dass PSA hier Volumen hat im Nachschubverkehr aus Frankreich nach Rieste. Zurzeit fahren sie per Lkw. Dass wir dort möglicherweise einige Routen davon auf die Bahn umstellen können, wenn wir einen KV-Terminal hier hätten, haben wir herausgearbeitet“, betont Rüdiger Beckmann.

Ein KV- oder KLV-Teminal ist übrigens eine große Umschlag- und Verladeanlage für Container (Bahn, Lkw, Schiff). Neuerliche Planspiele für eine solche Station gibt es in der Region bereits für das Osnabrücker und das Bohmter Hafengebiet. Hintergrundgespräche dazu – offenbar unter Federführung der Stadtwerke Osnabrück – laufen.

Gaucherand und Haverkamp finden das aus Unternehmenssicht natürlich interessant und spannend. Auch Beckmann und Schumacher. Noch ein Grund für alle Beteiligten, sich weiterhin regelmäßig auszutauschen.