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Adventskalender-Serie BN öffnen Türen: In der Küche der Jugendherberge am Alfsee

Von Marcus Alwes | 01.12.2015, 08:20 Uhr

„Die Bramscher Nachrichten öffnen Türen.“ Unter diesem Motto stellen wir bis Heiligabend Räumlichkeiten aus Bramsche und Umgebung vor, die für die Öffentlichkeit sonst nicht unbedingt zugänglich sind. An jedem Erscheinungstag einen Ort, einem Adventskalender gleich. Heute sind wir in der Küche der Jugendherberge (DJH) am Alfsee in Rieste zu Besuch.

Maria Simon hat dabei ihre weiße Haube auf und bereitet das Frühstück für die Übernachtungsgäste vor. Hausleiter Eduard Weiner zieht unterdessen die mächtige Schwingtür auf, um uns einen Einblick in das Kochzentrum der Jugendherberge zu gestatten. Etwa 60 Quadratmeter ist die Küche groß. Lager- und Kühlräume schließen sich an. Alles wirkt geräumig. „Von März bis Ende November ist hier Saison“, sagt Weiner, „über den Winter wird dagegen renoviert und alles wieder aufgehübscht.“

Fünf Mitarbeiter sind in der Küche in Vollzeit beschäftigt, fünf Teilzeitkräfte kommen hinzu. Ebenso zeitweise auch bis zu sechs Schüler oder Studenten. Sie helfen bei der Essensausgabe und dem Spülen. „Da suchen wir übrigens immer noch Verstärkung“, lässt der Haus- und Küchenleiter wissen. Denn Arbeit gebe es reichlich. „Rund 24000 Übernachtungen haben wir hier immerhin pro Jahr“, sagt Weiner. 

Modern sieht die Kücheneinrichtung aus, ein breite Fensterfront sorgt für reichlich Tageslicht. „Unser Personal in der Küche erscheint morgens gegen 7 Uhr. Um 7.45 Uhr öffnet dann der Speiseraum für das Frühstück“, erläutert Weiner, „ab 12 Uhr ist Mittag. Gelegentlich gibt es später auch Kaffee. Um 17.45 Uhr wird das Abendessen ausgegeben. Zwischen 20.30 und 21 Uhr geht das Licht in der Küche aus.“ Die Angestellten arbeiten in einer Art Schichtdienst. Wer wird eingestellt? „Wir schauen uns die Bewerbungen und Gesundheitszeugnisse an. Die sogenannte Küchentauglichkeit muss vorhanden sein“, sagt der erfahrene Hausleiter. Die im Jahr 2000 erbaute und in 2012 erweiterte Jugendherberge selbst sei auch Ausbildungsbetrieb für Köche.

Sein Haus habe den Anspruch, in der Küche stets mit frischen Produkten zu arbeiten, betont Weiner. Und aus der Region sollen diese möglichst kommen. Zum Beispiel das Gemüse. „Aber auch 40000 Brötchen bestellen wir bei einem heimischen Bäcker“, sagt Weiner. Generell werden die Mahlzeiten vom Küchenpersonal in Büfett-Form ausgegeben. Mittags werden dabei immer drei Gerichte zubereitet. Eines mindestens vegetarisch, ein anderes ohne Schweinefleisch. Gearbeitet wird in seinem Haus auch mit allerlei Bio-Produkten: Reis, Nudeln oder nachhaltiger Kaffee.

Was nun das große Geheimnis der Küche der Alfsee-Jugendherberge sei? Weiner überlegt. Und sagt dann: „Im Gegensatz zu manch anderen Anbietern in der Gastronomie müssen wir täglich vielleicht ein noch breiteres Publikum abdecken, bedienen und zufriedenstellen. Eben von der Grundschulklasse bis zum Senioren-Chor. Und es sind häufig Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern .“

Der Hausleiter hat in diesem Moment die Schwingtür zur Küche wieder sanft geschlossen.