Ein Artikel der Redaktion

60 Prozent Schreibtischarbeit Riester findet Förster-Beruf „extrem spannend“

Von Birgit Eckhoff | 12.07.2014, 11:34 Uhr

Wer einen Termin mit einem Förster wahrnimmt, könnte vermuten, dass dieses Treffen im Wald stattfindet und man auf einen grün gekleideten Herrn mit Hut und Hund trifft. Aber dies scheint heute nur noch ein Klischee zu bedienen, denn auch in der Forstwirtschaft haben sich die Zeiten gewandelt. Markus Revermann (46) ist Diplom-Forstingenieur und kennt sich bestens mit dieser Materie aus.

Gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern wuchs Markus Revermann naturverbunden in Rieste auf, denn die Eltern Sigrid und Otto Revermann führten Jahrzehnte eine Baumschule in Rieste. Pflanzenwissen quasi von der Pike auf. Die Ausbildung zum Gärtner im Betrieb Heyer im Nachbarort Alfhausen absolvierte der Naturbursche 1988. Eine spätere Übernahme des elterlichen Betriebs war stets offen, jedoch entschied sich Markus Revermann gegen eine Geschäftsübernahme und begann sein Studium zum Forstingenieur, das er mit dem Staatsexamen in Göttingen abschloss.

Während des einjährigen Anwärterdiensts im Innen- und Außenbereich lernte er die verschiedenen Facetten eines Forstamtes kennen. „In den Nutzwäldern ist alle fünf Jahre eine Durchforstung nötig, um genügend Platz für eine optimale Kronenentwicklung der verbleibenden Bäume zu schaffen, aber auch um deren Stabilität bei starken Winden gewährleisten zu können“, erklärt Revermann.

Hierzulande wachsen vornehmlich Baumarten wie Eichen, Buchen, Fichten und Kiefern.

Der Wald trägt zu guter Lebensqualität von Mensch und Tier bei, aber auch zur Nutzholzgewinnung für Möbel, Dachstühle, Parkett und Spanplatten in verschiedenen Variationen. Auch Brennholz wird so sichergestellt. „Es werden immer nur so viele Baumhölzer gerodet, wie auch jährlich zuwachsen kann – Nachhaltigkeit ist für ein natürliches Gleichgewicht wichtig“, erklärt der Förster weiter.

Umstrukturierende Maßnahmen von 2005 und eine Verwaltungsreform führten zu einer Zusammenlegung der Forstämter Lingen und Bad Rothenfelde in Ankum. Der Beruf des Försters hat eine große Vielfalt an verschiedenen Aufgabenbereichen und Spezialtätigkeiten. Je nach Fähigkeit und Interessenlage werden die Mitarbeiter zum Beispiel als Umweltpädagogen, Naturschützer oder für Waldprojekte eingesetzt.

Markus Revermann sitzt heute zu sechzig Prozent an seinem Schreibtisch. Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Beteiligungsverfahren zur Bauplanung, Bodenabbau, Trassenplanung für Straßenbau, Stromleitungen, Wasserstraßen, Neuausweisungen, Wasserrecht oder Flurbereinigung – alle diese Aufgaben fallen in seine Zuständigkeit als Förster. „Der Beruf Förster ist wegen der vielseitigen Aufgabenbereiche extrem spannend “, so Revermann.

Für die persönliche Fitness sorgt der ledige Förster mittwochs beim Badminton. Aber auch für Radtouren kann er sich begeistern. Sein bevorzugtes Reiseland ist Frankreich, denn er ist fasziniert von Kultur, Landschaft und Genuss.

Die DLRG Bersenbrück konnte jahrelang auf Revermann als Betreuer vertrauen. Bei den Freizeiten auf Korsika sorgte er stets mit seinen Gitarrenklängen für Lagerfeuerromantik. Heute kommt die Gitarre etwas zu kurz, da der Förster sich auch privat für Naturschutz und Politik einsetzt.