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Gottesdienst am Samstag Erinnerungen an 40 Jahre Zeltlager in Alfhausen

Von Margarete Hartbecke | 04.09.2019, 20:07 Uhr

Vor vierzig Jahren wurde das erste Zeltlager für Alfhauser Kinder durchgeführt. Seitdem findet es jährlich statt und hat nichts an Beliebtheit verloren. Im Gegenteil. Der Zulauf ist ungebrochen. Das liegt zum einen an der intensiven Unterstützung, die die Landjugend KLJB als Organisator von Anfang an bekommen hat. Zum anderen beflügeln die vielen Anekdoten und Erinnerungen der bisherigen Teilnehmer das weitere Interesse.

Beate Feldkamp gehörte zu den Betreuern des ersten Lagers. „1977 gab es in Alfhausen eine Jugendgruppe des Heimatvereins, dessen Vorsitzende Christa Wübbolding war. Auch eine Kindergruppe gab es dort. So entstand die Idee, für diese Kinder ein Zeltlager anzubieten. Umgesetzt hat diese Idee dann die Landjugend“, erinnert sich Beate Feldkamp an die Anfänge und das erste Zeltlager in Haselünne mit 49 Kindern und zwölf Betreuern. „Zeltlager, das ist die beste Woche des Jahres, war vorher zu hören. Doch da konnte man noch nicht ahnen, dass es tatsächlich stimmen würde“, so Feldkamp. „Viele Betreuer fuhren jahrelang mit. Es ist eine besondere Stimmung: die Nachtwache am Lagerfeuer, die Gitarrenklänge und Lagersongs, das Frühstück im Freien, die Lagerolympiade...“

Im Laufe der Jahre kamen viele Erinnerungen dazu, die bei Teilnehmern und Betreuern noch heute lebendig sind. „In Züschen hatten wir zum ersten Mal eine Kartoffelschälmaschine dabei“, erinnert sich Beate Feldkamp an das verregnete Lager 1980 im Sauerland, „nach einer halben Stunde wunderten wir uns, dass die Kartoffeln sich doch nur sehr wenig veränderten. Wir hatten die Messer gar nicht richtig eingelegt.“ Dieser kleine Fauxpas sorgt heute ebenso immer noch für Erheiterung wie eine Begebenheit aus dem Jahr 1982, die als „Brüllwitz“ in die Alfhauser Zeltlagerhistorie eingegangen ist. Damals hatten die Betreuerinnen im Zeltlager in Hameln das Gerücht gestreut, dass alle männlichen Betreuer zur Blutentnahme ins Krankenhaus müssten. „Selbst die sonst so starken Männer schwächelten und standen blass vorm Krankenhaus“, berichtet Beate Feldhaus.

Sturm in Tannenhausen

Viele Alfhauser haben ihre Zeltlager-Erfahrungen zuerst als Kind, später als Betreuer gemacht. Bei Rainer Liening-Ewert sind so viele Lagerjahre zusammengekommen mit amüsanten und ernsteren Erinnerungen. Er denkt besonders an den Sturm, der einige Zelte in Tannenhausen bei Aurich weggerissen hatte. Da waren die Betreuer sehr gefordert. Das galt auch für die Suche nach zwei verschwundenen Jungen. Sie hatten kurzerhand ihre Koffer gepackt und wollten per Anhalter nach Hause trampen.

Auch Gerd Steinkamp kommt auf über fünfzehn Jahre Zeltlager-Erfahrung. Ihm fällt besonders ein Zeltlager ein, bei dem ein teilnehmender Diakon alle Kinder mit der Müllsortierung und dem Grünen Punkt auf die Palme gebracht hat. Ein verregnetes Lager, überschwemmte Zelte und drei Tage Matsch hat auch er erlebt. Die Koffer, die die Kinder aus dieser Zeit mit nach Hause brachten, sahen wohl anders aus als der eines Sohnes, dessen Mutter staunte, dass fast nichts gebraucht wurde und ein Kind auch eine Woche lang die Kleidung nicht wechseln muss. Andere brachten Spitznamen mit, die sie zeitlebens behielten.

Ein Zeltlager durchzuführen erfordert viel Material, das hin und her gefahren werden muss. Von Anfang an hat der Malteser Hilfsdienst die Landjugend logistisch und materiell unterstützt. Anfangs stellte er zehn Zelte, Küchengeräte und Feldküche und sorgt seitdem für den Transport. Mittlerweile wird noch ein Ford Transit während des Lagers zur Verfügung gestellt, mit dem die Betreuer Fahrten erledigen können.

Vor zehn Jahren übernahm die Landjugend die Zelte und auch die Feldküche. Stolz sind die Alfhauser darauf, dass ihr Zeltlager eines der ganz wenigen im Umkreis ist, das sich seit 40 Jahren selbstständig um die Verpflegung kümmert.

Viel Unterstützung

Auch Anke und Heiko Scheffczyk von der Spedition Alf-Trans stellen Lkw und Fahrer für einen reibungslosen Transport von Zeltlagerutensilien und sorgen für die Lagerung der gesamten Ausrüstung bis zum nächsten Jahr. Philipp Pellenwessel fährt seit Jahren einen Lastwagen zum Zeltlagerort und zurück. Ohne diese immensen Hilfen könnte das alljährliche Event nicht so reibungslos durchgeführt werden, das weiß der Landjugendvorstand. Der dauerhafte Erfolg hängt auch wohl damit zusammen. Mittlerweile fahren auch Kinder aus Bersenbrück, Rieste, Hesepe und Gehrde mit. Und sie sind gut aufgehoben, denn in diesem Jahr standen den 105 Kindern 50 Betreuer zur Seite.

Weitere Geschichten aus den vergangenen Zeltlagern werden am Samstag, 7. September 2019, um 18.30 Uhr in einem Zeltlagergottesdienst in St. Johannis Alfhausen erzählt, zu dem besonders alle jetzigen und ehemaligen „Zeltlagerkinder“ eingeladen sind.