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Lars Lohbeck besonders herausgehoben Alfhausener bedanken sich für ehrenamtliches Engagement

Von Margarete Hartbecke | 26.08.2019, 15:49 Uhr

Auch wenn er Tradition ist, hat der Tag des Ehrenamtes nichts an Aktualität eingebüßt. Die politische Gemeinde sowie die katholische Kirchengemeinde St. Johannis haben wieder Vertreter aller Alfhauser Vereine in die Schützenhalle auf dem Lokenberg eingeladen, um sich für die geleistete ehrenamtliche Arbeit zu bedanken.

Hier gehe es um Alltagshelden, nicht mit Superkräften ausgestattet und keine Helden im klassischen Sinne, sondern Mitmenschen, die anderen helfen und sich für eine Sache einsetzen. Ihr Wert für eine dörfliche Gemeinschaft sei groß, stellte Bürgermeisterin Agnes Droste fest. Traditionell folgte ein ökumenischer Gottesdienst mit Diakon Roland Wille aus Alfhausen und Pastor Jürgen Kuhlmann von der Bonnusgemeinde in Bersenbrück. Für Kuhlmann sei dies der letzte Gottesdienst zum Tag des Ehrenamtes. Er werde ab Oktober Gefängnisseelsorger im Emsland, berichtete er.

„Wir lieben alte unaufgeräumte Bauernhöfe."“
Jürgen Christiansen, Biologische Station Haseniederung

Tradition ist an diesem Tag ebenfalls, dass sich ein Alfhauser Verein vorstellt. In diesem Jahr berichteten Jürgen Christiansen und Ronald Siegmund-Stuckenberg von der Arbeit der Biologischen Station Haseniederung. Angefangen habe der Verein auf dem Biesthof in Rieste durch das unbezähmbare Engagement von Anneliese Thesing-Forynski. 1994 seien mit Jürgen Christiansen und Norbert Niedernostheide zwei Biologen hinzugekommen. 2003 wechselte der Verein ins alte Backhaus nach Alfhausen, richtete das Gebäude ein und gestaltete das Gelände um in einen naturnahen Garten. Im Naturschutzbereich engagiert sich der Verein zum einen im Eulenschutz, indem er Nisthilfen aufstellt und betreut. „Wir lieben alte unaufgeräumte Bauernhöfe für diese Sache“, erklärte Christiansen. Hinweise würden gerne entgegengenommen. Zum anderen werden Amphibienschutzzäune aufgestellt und betreut. Außerdem helfen und beraten Mitarbeiter der Biologischen Station beim Hautflüglerschutz, also bei Problemen mit Wespen, Hornissen und Co.

Projekte im Umweltbereich zeigte Ronald Siegmund-Stuckenberg auf. Durch Musterbeete mit heimischen Pflanzen werde Insektenschutz im Garten dargestellt. Transparenz schaffen in der Landwirtschaft sei ein Projekt, das zeigen soll, woher die Nahrung kommt. Das geschehe zum Beispiel durch Brutmaschinen in Klassenzimmern. So könnten Kinder miterleben, wie Küken aus Eiern schlüpfen. Die Nachfrage nach Umweltgruppen in Schulen sei so groß, dass hier weitere Freiwillige gerne aufgenommen würden. Zwei wichtige neue Projekte sind das Gebietsmanagement Alfsee und Haseniederung sowie der Umbau der ehemaligen Segelschule und Bootshalle am Alfsee zu einem Naturschutz- und Bildungszentrum, das die Biologische Station mit Leben füllen werde.

Lars Lohbeck stellvertretend geehrt

Üblich ist am Tag des Ehrenamts auch die Ehrung einer Person stellvertretend für alle Ehrenamtlichen. Schnell war den Gästen klar, welcher junge Mann gemeint war, der sich im kirchlichen und weltlichen Bereich engagiert, sowohl in der Jugendarbeit als auch bei Senioren aktiv ist, als lustiger Typ beschrieben wird und mitten im Dorf für Erfrischendes sorgt: Mit Lars Lohbeck war jemand ausgewählt worden, der trotz des jungen Alters von 25 Jahren vielfältige ehrenamtliche Aufgaben übernommen hat. Beim Malteser Hilfsdienst begann er als Zwölfjähriger. Hier arbeitet er mittlerweile im Rettungsdienst, in der Jugendausbildung und im Schulsanitätsdienst, ist Leiter der Notfallvorsorge und Projektleiter Mobiler Einkaufswagen und Blutspende. In der Kirchengemeinde engagiert er sich als Messdiener und Kommunionausteiler und ist stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Darüber hinaus findet er noch Zeit, um als Ausbilder im örtlichen Spielmannszug die Nachwuchsarbeit zu unterstützen. Und dass er bei all diesen Tätigkeiten auch noch bereit war, im Café Lobo die Poststelle zu übernehmen, freute Bürgermeisterin Droste zusätzlich.