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Vom Klassenraum in die Manege Vehrter Grundschüler treten im Zirkus Paletti auf

Von Stefanie Preuin | 13.07.2014, 17:21 Uhr

Die Glitzerwelt verzaubert schon die Kleinsten. Wer träumt nicht davon, in der großen Manege zu stehen, den Körper am Trapez zu verbiegen oder eine Ziegendressur vorzuführen. Für 118 Schüler der Grundschule Vehrte und 15 Vorschulkinder des Kindergartens ging dieser Traum in Erfüllung.

Vier Tage bereiteten sich die Mädchen und Jungen vor, bis am Freitagabend die Premiere über die Bühne ging. Am Samstag folgte eine weitere Vorstellung. Aufgeteilt in zwei Gruppen waren so alle teilnehmenden Kinder in der Manege zu sehen. Zunächst stand aber harte Arbeit auf dem Programm. Familie Köllner vom Zirkus Paletti brachte den Kindern Tricks und Kniffe aus der Akrobatik und Tierdressur bei. „Wir gestalten das Programm individuell und kindgerecht. Jeder Schüler wählt nach seinen Fähigkeiten aus, es darf nicht zu schwierig sein“, erklärt Zirkuschef Harald Köllner. Auch die artgerechte Tierhaltung wurde besprochen.

Schulleiterin Annette Gödeker sah die Show bereits bei einer Nachbarschule und war begeistert, sie holte das Zirkus-Team nach Vehrte. Mithilfe von Spenden und einem Sponsorenlauf konnte das spannende Projekt umgesetzt werden. Denn Familie Köllner brachte nicht nur ihr Zirkuszelt, Wohnwagen und 250 Kostüme mit, sondern auch zwei Dromedare und Ziegen. Neben der tierisch geschmückten Schule und Dekoration in Anlehnung an den Zirkus war natürlich die Aufführung der Höhepunkt.

Nach einer Begrüßung von Annette Gödeker mit Hut und Glitzerkrawatte übernahm André Köllner die Leitung. Zusammen mit seinem Bruder Alexander und Vater Harald Köllner stimmten sie als Scheich verkleidet, mit den Dromedaren Malek und Mars, das Publikum auf die abwechslungsreiche Vorstellung ein.

Schon zu Beginn kam es zu Missverständnissen zwischen André Köllner und den Clowns. „In der Manege wird nicht gesungen“, forderte Köllner. Die Clowns schauten ungläubig und trauten ihren Ohren nicht: „Mayonnaise“? Irgendwann platzte ihm der Kragen. „Ich sperre euch in den Hühnerstall“, drohte André Köllner. Die Clowns verunsicherte das wenig, und sie antworteten schlagfertig: „Wir legen keine Eier.“

Das Publikum grölte, schon der erste Programmpunkt zündete. Aber auch die „Taubenkinder“ mit dem lebenden Karussell und der ausgeklügelte Hüftschwung der Hula-Hoop-Artisten verzauberte das Publikum. Ein besonderer Höhepunkt wurde am Trapez präsentiert. Geschwind streckten und verknoteten sich die Kinder in luftigen Höhen. „Ein Griff verkehrt, und sie können sich vorstellen, was passiert – man stürzt ab“, kommentierte André Köllner die Übungen. Das Lied „Eye of the Tiger“ untermalte die dramatischen, aber abgesicherten Kunststücke. Die Jongleure glänzten und leuchteten im abgedunkelten Zelt mit ihren fluoreszierenden, wirbelnden Tüchern.

Mit Poncho und Hut bekleidet lockten die Schüler die Ziegen Max und Moritz über den Schwebebalken. Auch Sprünge und ein Knicks bereiteten den „Ziegenkindern“ keine Probleme. Gleiches galt im Übrigen für die Seiltänzer und Bodenartisten, die eine lebende Pyramide stellten. „Ich glaube, die Schüler erinnern sich ein Leben lang an den Auftritt“, so war sich Harald Köllner sicher.