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Thema Oberschule Elternkonferenz an der Belmer Johannes-Vincke-Schule

Von Hendrik Steinkuhl | 23.11.2015, 18:04 Uhr

  Unter dem Motto „Vierte Klasse - Was kommt dann“ fand eine Konferenz in der Belmer Johannes-Vincke-Schule statt. Informiert wurden die Eltern dabei vor allem darüber, was das Besondere an der Schulform Oberschule ist.

„Es ist nicht leicht, zur Tagesordnung überzugehen, wenn um uns herum Chaos und Terror uns erschüttern“, sagte Walter Schmidt zu Beginn des Abends. Schmidt hatte in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Belmer Gemeindeelternrats zur Elternkonferenz eingeladen. Seine Maßgabe: „Wir, die Belmer Elternvertreter, wollen uns nicht damit begnügen, nur Forderungen zu stellen und zu kritisieren .“

Vorstellung der Oberschule

Im Mittelpunkt des Abends, zu dem neben knapp 30 Eltern auch einige Ratsmitglieder gekommen waren, stand die Vorstellung der Oberschule. „Keiner weiß, was dieses Konzept Oberschule ist“, sagte der Didaktische Leiter Maarten Willenbrink. „Ich gehe mal davon aus, dass auch von Ihnen niemand auf einer Oberschule gewesen ist.“ Ein erster großer Unterschied der Oberschule im Vergleich zu Haupt- und Realschule bestehe laut Willenbrink darin, dass der Bildungsweg für die Schüler weder auf einen schnellen Berufseinstieg fixiert sei, noch auf das Erlernen einer zweiten Fremdsprache. „Unabhängig davon, was die anderen Schüler machen, wählt hier jedes Kind seinen eigenen Schwerpunkt.“

Kleinere Klassen

Das klinge stark nach dem Konzept Gesamtschule, doch auch hier gebe es eindeutige Unterschiede. Einer von ihnen: die Klassenstruktur. Trotz des großen Einzugsgebietes gebe es deutlich kleiner Klassen, weil die Oberschule ab einer Klassengröße von 28 Kindern die Klasse teilen dürfe. Insgesamt arbeite man erfolgreich mit einer Kurs- und Binnendifferenzierung, die sich auch im Lernmaterial zeige, das sich an unterschiedliche Niveaus richte. „Die Schüler werden ganz schnell daran gewöhnt, dass der Nachbar nicht die linke Spalte bearbeitet, sondern die rechte.“

Definitiv würde in jedem Unterricht auch das Gymnasialniveau geprüft werden - unabhängig davon, dass es an der Johannes-Vincke-Schule keinen Gymnasialzweig gibt und in naher Zukunft auch nicht geben wird , weil sich zu wenige Belmer Eltern daran interessiert gezeigt hatten und viele den Fragebogen auch gar nicht zurückschickten.

Niedrige Rücklaufquote

Ein möglicher Grund für die niedrige Rücklaufquote könnte darin bestehen, dass die Fragebögen nicht anonym waren. „Ich habe mich daran gestört, dass man seinen Namen darunter schreiben musste“, sagte eine Mutter. Dazu nahm Bürgermeister Viktor Hermeler Stellung: „Wir wollten eine ehrliche Umfrage und wollten auch sicher gehen, dass niemand einen Fragebogen ausfüllt, zehnmal kopiert und dann alle zehn Bögen abgibt, um das Umfrage-Ergebnis zu verfälschen.“

Konzept nicht mitgetragen

Schließlich machte noch Elternratsvorsitzende Karsten Hohl Werbung für die Johannes-Vincke-Schule . Zunächst allerdings sagte Hohl, dass die Situation vor zwei Jahren, als die Oberschule gerade eingeführt worden war, teilweise katastrophal gewesen sei. Viele ältere Lehrer hätten das Konzept nicht mitgetragen, seien offenbar völlig motivationslos gewesen, und in den jüngeren Jahrgängen seien die Schüler über Tische und Bänke gegangen. Von solchen Zuständen könne heute aber keine Rede mehr sein. „Wir haben sehr viele jüngere Lehrer bekommen. Die älteren, die das Konzept nicht mittragen wollten, haben sich versetzen lassen.“