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Projekt mit Belmer Initiative OP-Team aus Ostercappeln hilft in Burkina Faso

Von Hendrik Steinkuhl | 11.09.2013, 11:15 Uhr

„Wie Bundesliga und Kreisliga“ – so beschreibt der Ostercappelner Krankenpfleger Damien Balima die Gesundheitsversorgung Deutschlands im Vergleich zu seinem Heimatland Burkina Faso. Um ein bisschen Bundesliga in eines der ärmsten Länder der Welt zu bringen, reist im Januar kommenden Jahres ein OP-Team des Ostercappelner Krankenhauses in das westafrikanische Land.

Die Arbeit wird eine andere sein, wenn Chefarzt Martin Gerdes gemeinsam mit der Assistenzärztin Anne Scholl, den OP-Pflegern Damien Balima, Daniel Koppitz und Josef Berg sowie Catharina Krüger von der Burkina-Faso-Initiative Belm für zwei Wochen nach Ouagadougou reist. Im Shiphra-Krankenhaus der burkinischen Hauptstadt will das Ostercappelner OP-Team an zehn Arbeitstagen insgesamt 60 Patienten operieren.

Der Plan entstand, als Martin Gerdes mit OP-Pfleger Damien Balima ins Gespräch über dessen Heimatland kam. „Ich wusste vorher nicht, dass Burkina Faso eines der ärmsten Länder der Welt ist“, sagt Gerdes. „Im Gespräch kam uns die Idee, ob man nicht vor Ort Patienten operieren könnte, die es sich nicht leisten können.“ Von einer gesetzlichen Krankenversicherung können die Menschen in dem afrikanischen Land nämlich nur träumen.

Die Patienten wählt der Arzt Gilbert Bounkoungou aus, der im Shiphra-Krankenhaus arbeitet. Im Mai dieses Jahres besuchte der Chirurg das St.-Raphael-Krankenhaus in Ostercappeln und besprach mit seinem Kollegen Martin Gerdes wichtige Details des OP-Projekts.

Gerdes und Damien Balima fiel es nicht schwer, weitere Kollegen für die OP-Reise zu gewinnen. „Ich musste nicht überzeugt werden, ich habe mich angeboten“, sagt Assistenzärztin Anne Scholl. OP Pfleger Daniel Koppitz spricht von einer Herausforderung, auf die er sich freut.

Sich für die Hilfsaktion in Burkina Faso zu entscheiden fiel dem Ostercappelner OP-Team umso leichter, weil es von der Vorarbeit und den Kontakten der Burkina-Faso-Initiative Belm profitiert. Der Verein fördert seit mittlerweile 30 Jahren Projekte in dem westafrikanischen Land, hat mehrere Schulen und Gesundheitszentren finanziert. Zuletzt verschickten die Belmer einen Container mit medizinischen Hilfsgütern, die unter anderem an das Shiphra-Krankenhaus verteilt wurden. „Bei der Lieferung haben wir natürlich auch schon einige Sachen von uns dazugetan, die wir vor Ort brauchen werden“, sagt Martin Gerdes.

Das Arbeitsgebiet der Ostercappelner Ärzte und Pfleger ist klar abgesteckt: „Wir operieren Bauchdeckenbrüche, Schilddrüsen und kleinere Tumoren“, sagt Martin Gerdes. Seinem Wunsch nach soll die Hilfsaktion für das Krankenhaus einen bleibenden Wert haben. „Wir denken, dass sich die Klinikärzte dort auch etwas von unserer Arbeitsweise abschauen werden.“

Wer sich in den kommenden Monaten über den aktuellen Stand des OP-Projekts informieren will, kann in einem Internet-Blog tun. Die Adresse: http://operiereninburkina2014.wordpress.com . Dort sind auch alle Informationen für diejenigen zu finden, die das Projekt mit Spenden unterstützen wollen.

Wer mehr über die Burkina-Faso-Initiative Belm erfahren möchte, findet Informationen auf der Internet-Seite www.burkina-belm.de .

Zur Sache: Gesundheit in Burkina Faso

Die Lebenserwartung in Burkina Faso liegt bei nur 55 Jahren. Auf 10000 Einwohner kommen ein Arzt sowie sieben Krankenpfleger und Hebammen. Armut und Mangelernährung sind insbesondere bei Kindern ein Krankheitsfaktor. Zu den Todesursachen zählen vor allem Durchfallerkrankungen, Malaria und Lungenentzündungen (Anteil jeweils rund 20 Prozent).