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Mit dem Notebook im Werkzeugkasten Altewichard GmbH in Belm feiert 50-jähriges Bestehen

Von Regine Bruns, Regine Hoffmeister | 27.12.2016, 12:35 Uhr

Der Handwerksbetrieb Altewichard an der Industriestraße in Belm wird im Januar 50 Jahre alt. Mit seinen Geschäftsbereichen Elektro, Sanitär und Heizung bietet der Betrieb „Service aus einer Hand“.

Im Januar 1967 gründete Elektromeister Franz Altewichard zusammen mit seiner Frau Anneliese den Elektrobetrieb Altewichard. Seine Werkstatt brachte er zunächst in einem kleinen Kotten in Icker unter, bevor er in die Garage seines neu gebauten Wohnhauses am Hang in Belm umzog. Sohn Thomas, einer der beiden heutigen Geschäftsführer der Altewichard GmbH, erlebte die Anfangsjahre der Firma als kleines Kind hautnah mit. „Meine Eltern saßen oft bis spät in die Nacht an der Buchhaltung“, erinnert er sich. Im Büro ratterte unablässig eine riesige, für die damalige Zeit hochmoderne EDV-Anlage mit Leuchtdioden anstelle eines Bildschirms. „Für Innovation war mein Vater auch damals schon zu haben.“ 

Neues Firmengebäude an der Industriestraße

1971 machte Franz Altewichard zusätzlich seinen Meister als Gas- und Wasserinstallateur und erweiterte den Betrieb um die Geschäftsfelder Sanitär und Heizung. In wenigen Jahren wuchs die Mitarbeiterzahl auf 36, sodass die Garage in Thomas Altewichards Elternhaus bald zu klein wurde. Das neue Firmengebäude an der Industriestraße in Belm, wo die Firma mit derzeit 45 Mitarbeitern auch heute noch ihren Sitz hat, wurde dann 1979 fertiggestellt. 

Verschiedene Baustellen

„Morgens um kurz nach sieben geht es hier zu wie im Wespennest“, erklärt Geschäftsführer Altewichard. Danach gehe es raus auf die verschiedenen Baustellen. Dabei seien den Kollegen große gewerbliche Projekte genauso lieb wie anspruchsvolle private Aufträge. Zu den namhaften Großkunden des Unternehmens zählen Media Markt, Marktkauf und auch das Klinikum Osnabrück. „Wir kümmern uns aber genauso um den tropfenden Wasserhahn und die kaputte Heizung beim Kunden um die Ecke.“ 

Digitalisierung spielt zunehmende Rolle

In den letzten Jahren spiele die Digitalisierung im Rahmen von „Smart Home“ eine zunehmend große Rolle, bemerkt Altewichard. Die Steuerung von Heizung, Licht, Rollladen und anderen Einbauten via Smartphone sei aktuell das große Thema. „Das bedeutet für unsere Handwerker, das sie nicht nur mit dem Werkzeugkoffer zum Kunden fahren, sondern auch den Laptop dabei haben.“ 

Luxuriöse Bäder

Zu den Kernkompetenzen des Unternehmens gehört die Gestaltung von luxuriösen Bädern mit allen Finessen. „Unser Vorteil ist, dass wir alle Gewerke aus einer Hand anbieten, sodass der Bauherr sich um nichts zu kümmern braucht“, so Altwichard. Von den Installationsarbeiten bis hin zum Lichtkonzept übernimmt Altewichard alle Leistungen komplett. „Wir hatten auch schon Kunden, die sich für zwei Wochen in den Urlaub verabschiedet und uns ihren Hausschlüssel in die Hand gedrückt haben. Bei ihrer Rückkehr fanden sie ihr neues, frisch geputztes Bad vor.“ 

Kundendienst ständig besetzt

Viele Kunden vertrauen schon seit Jahren auf die Handwerker von Altewichard. Die Ansprüche seien im Vergleich zu den Anfangsjahren jedoch gestiegen, erinnert sich Co-Geschäftsführer Frank Imbusch, der 1979 als Azubi zu Altewichard kam. „Die Kunden recherchieren viel im Internet und kommen oft mit einem fertigen Projektplan und ausgedruckten Preisen zu uns.“ Manchem müsse man dann erst erklären, dass der günstige Heizkessel-Anbieter aus dem Internet aber nicht von jetzt auf gleich vor der Tür steht, wenn im Januar plötzlich die Heizung ausfällt. Der Kundendienst von Altewichard dagegen ist ständig mit sieben Mitarbeitern besetzt und in akuten Notfällen sofort zur Stelle. 

Auszeichnung für Internetauftritt

Selbst ist Altewichard aber auch online vorne dabei: Für seine Website erhielt der Handwerkbetrieb bereits einige Auszeichnungen; ein Heizungskonfigurator inklusive Fördermittelrechner soll im Januar an den Start gehen. Dieses Projekt setzt Altewichard gemeinsam mit der Gebäudetechnik-Kooperationsvereinigung Celseo um, in der 200 Betriebe deutschlandweit organisiert sind. „Darauf sind wir sehr stolz, denn dort werden nur große Betriebe, die hohe Qualitätsstandards erfüllen, aufgenommen“, betont Geschäftsführer Altewichard. 

Der heutige Erfolg der Firma heute sei auch zu großen Teilen seiner Mutter Anneliese zu verdanken, bemerkt Thomas Altewichard. Als sein Vater 1987 plötzlich an einem Herzinfarkt verstarb, stand sie als Mutter von vier Kindern vor der Aufgabe, den Betrieb weiterzuführen. „Sie kannte zwar einige Kunden und wusste, wie die Buchhaltung läuft, aber das eigentliche Geschäft hatte Franz Altewichard geführt“, erinnert sich Imbusch. Mit Unterstützung der erfahrenen Altewichard-Mitarbeiter und Klaus Ruddeck als neuem zweiten Geschäftsführer gelang es ihr, das Unternehmen nicht nur zu halten, sondern weiter zu vergrößern. 2003 ging sie in den Ruhestand und übergab die Geschäftsführung an Sohn Thomas Altewichard, der das Unternehmen seitdem zusammen mit Frank Imbusch leitet.