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Kurioses von den Wahllisten Kandidaten mit demselben Namen, Ehepaare in verschiedenen Parteien und ein Schornsteinfeger

Von Sandra Dorn | 08.09.2011, 14:17 Uhr

Mit dem intensiven Lesen der Kandidatenlisten für die Kommunalwahlen am kommenden Sonntag ist es wie mit den Kleinanzeigen in der Tageszeitung: Kuriositäten finden sich immer wieder. Und die Listen für Belm und Wallenhorst haben so einige zu bieten.

Derselbe Name ist ja an sich nichts Besonderes: Mit drei Hörnschemeyers und drei Schwegmanns können die Wahlzettel der Gemeinde Wallenhorst aufwarten. Aber dann gibt es auch noch zwei Sandmanns – zwei Andreas Sandmanns, die direkt untereinander stehen: auf Platz 8 und 9 der CDU im Wahlbereich Hollage. Andreas Sandmann auf Platz 8 ist Jahrgang 1967, Radio- und Fernsehtechnikermeister und arbeitet bei den Osnabrücker Stadtwerken; Andreas Sandmann auf Platz 9 ist nur ein paar Jährchen älter (Jahrgang 1964) und Geschäftsführer beim Wallenhorster Unternehmen Purplan.

„Das ist reiner Zufall, dass wir untereinanderstehen“, sagt Andreas Sandmann (Platz 9), „die Wähler werden das schon auseinanderhalten können!“ „Wir kennen uns, aber mehr auch nicht“, sagt der andere Andreas Sandmann und meint, dass sie „irgendwo entfernt miteinander verwandt“ seien. Übrigens: „Unsere Frauen heißen beide Susanne“, sagt Andreas Sandmann von Platz 8. „Zufall.“

Ehepaare auf den Listen sind ebenfalls keine Seltenheit, doch die treten dann meist auch für dieselbe Partei an. Bis auf Katrin und Joachim Vennemann. Sie steht auf der Liste der Wallenhorster Wählergemeinschaft (WWG), er auf der der SPD. „Aber wir sind uns sonst einig“, sagt Katrin Vennemann und lacht. Denn beide sind gegen den Bau der A33-Nord. „Die würde genau vor unserer Haustür verlaufen“, sagt Katrin Vennemann. Sie sei von der Wählergemeinschaft angesprochen worden, ob sie sich aufstellen lassen möchte, ihr Mann von der SPD. „Am Wahltag werden wir uns aufsplitten müssen“, sagt sie.

Die größte Altersspanne erreichen zwei Kandidaten aus Belm: Satte 58 Jahre liegen zwischen Lydia Klenke, Jahrgang 1991, und Klaus Henschel, Jahrgang 1933.Die 20-jährige Klenke (CDU) studiert in Osnabrück Französisch und Spanisch – und wie der Zufall es will, hat auch der 78-jährige Klaus Henschel (Grüne) einen Bezug zu fremden Sprachen. Der Industriekaufmann hat viel in London und Rio de Janeiro gearbeitet und zwischen 1977 und 1998 immer in Millionenstädten gelebt.

Und dann tritt mit Norbert Rethschulte (CDU) auch noch ein Schornsteinfegermeister in Belm an. Ob ihm sein Job und den anderen Kandidaten ihre Namen oder ihr Alter Glück und Vorteile bringen, wird sich Sonntagabend zeigen.