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Heinz Rühmann in Endlosschleife Kaum Kommerz beim Belmer Weihnachtsmarkt

Von Stefan Buchholz | 29.11.2015, 18:11 Uhr

Locker und lichtreich: So präsentierte sich der zweitägige Weihnachtsmarkt im historischen Kern von Die 23 Stände und Buden rund um die St. Dionysius-Kirche zeichneten sich durch eine wohltuende Abwesenheit von Kommerz aus.

Auf Qualität setzte beispielsweise das Frauenteam der sogenannten Kreativbude. Sie hielten selbst Gestricktes und selbstgemachten Glühweinsirup für die kalte Jahreszeit parat, genauso wie Deko-Elche aus Beton.

Der Stand gehörte hinter der Kirche zu einem Buden-Kollektiv. Dort offerierte man im holzbefeuerten Schweinekessel gegarte Kartoffeln mit Dips aus Heringsstipp, Kräutern und auf vegane Art. Und gleich nebenan wurde die Feuerzangenbowle zelebriert. Sie schenkte man über offenem Feuer aus, dazu gab es in Endlosschleife den gleichnamigen Filmklassiker („Jeder nor einen wönzigen Schlock“) zu sehen.

Alle Erlöse der Weihnachtsmarktstände werden an soziale Projekte gespendet hatte Belms Bürgermeister Viktor Hermeler bei der Eröffnung am späten Samstagnachmittag gesagt. Für Spes Via Trauerland backten etwa das Maibaumteam Haltern riesige Reibekuchen. „Wir sind zum ersten Mal hier“, erzählte Dirk Forst-Schnitker. Am Morgen habe man mit zehn Leuten einen Zentner Kartoffeln geschält. „Das Rezept haben wir auch erst am Vormittag ausprobiert.“ Zur Premiere zeigte sich das Maibaumteam spendabel: Drei Reibekuchen mit jeweils 15 Zentimeter Durchmesser kosteten nur 2,50 Euro. „Wir wollen ja, dass die Leute satt werden“, erklärte Claudia Hallmann von der ersten Bruzzler-Schicht.

Gleich nebenan und nur für den Weihnachtsmarkt in Alt-Belm backte Christian Steuwer frische Mutzenmandeln. „Die sind der Renner“, versicherte der Bäcker.

Gutes tun und gewinnen konnte man am Stand der Christus-Gemeinde. Für einen Euro galt es ein Zahlenfeld zu erstehen, um Bingo zu spielen. Zu gewinnen, aber auch zu kaufen gab es etwa Flaschenöffner aus Holz, die den Turm der Christuskirche zeigten.

Auf Bier statt der vielfach angebotenen Glühweine setzte in diesem Jahr die Belmer CDU. „Wer nach den süßen Getränken wieder Lust auf was Frisches hat, ist bei uns genau richtig“, so Christine Balgenort. Die Idee, auf Gerstensaft zu setzen, war den Parteiaktivisten nach dem Erbsensuppen-Flop im letzten Jahr gekommen. Der Eintopf habe sich so gar nicht verkauft, gestand Balgenort.

Am Sonntag übernahmen diesmal die Grundschüler aus Icker das traditionelle Anschieben der 6,80 Meter hohen Erzgebirgspyramide. Musikalisch begleitet wurde der Auftakt am ersten Advent vom Musikcorps Belm. Mit dabei waren diesmal auch die drei Belmer Pastoren, Arne Schipper, Friedemann Keller und der katholische Pfarrer Joachim Kieslich.