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Grenzenlose Sommer-Serenade Kreisposaunenfest am Wochenende zu Gast in Belm

Von Stefan Buchholz | 27.07.2014, 15:42 Uhr

Serenade bei bestem Sommerwetter: Mit traditionellen und zeitgenössischen Stücken unterhielt das Kreisposaunenfest am Wochenende in Belm seine Zuhörer. Das Konzert fand anlässlich des 120-jährigen Bestehens des Posaunenchores Belm statt.

Zur Probe am Vortag nässte noch feiner Nieselregen die goldglänzenden Instrumente. Doch ungeachtet aller Wetterwarnungen zeigte sich der Himmel gnädig und bescherte den Musikern und gut 150 Besuchern am Samstagabend ein sommerlich-leichtes Konzert unter freiem Himmel.

Neben der evangelisch-lutherischen Christus-Kirche stimmte der 90-köpfige Posaunenchor – zusammengesetzt mit Bläsern aus Belm und Gemeinden des Alt-Kirchenkreises GMHütte sowie Osnabrück 15 Musikstücke an. Das Repertoire reichte etwa von einer Tanzbegleitung des 17. Jahrhunderts über Songs aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ bis hin zu geistlichen Liedern zum Mitsingen und dem bekannten Spiritual „He’s got the whole world“. Gespielt wurde etwa mit Trompeten, Flügelhörnern und Posaunen sowie mit Tuben und dem tiefer klingenden Euphonium.

Kein Posaunenchor im Kirchenkreis ist wohl älter, mutmaßte Superintendent Friedemann Pannen über das 120-jährige Jubiläum. Er gratulierte im Namen des Kirchenkreises Osnabrück, zu dem die Belmer Christusgemeinde seit diesem Jahr gehört. „Sie bereichern mit dem Posaunenchor das ganze Jahr hindurch die Gottesdienste“, lobte Pannen die 35 Mitglieder. Damit setzten sie musikalisch das Wort Gottes um und hätten Anteil am Verkündigungsauftrag der Kirche.

Belms Bürgermeister Viktor Hermeler bekannte sich als Fan des Posaunenchores. Als Dank auch für so manche private Vorführung von Bläserstücken, die ihm durch seinen Sohn zu Hause dargebracht worden sei, übergab er den Musikern einen Geldbetrag für die Gemeinschaftskasse. Seinen Dank an den Belmer Posaunenchor äußerte auch der katholische Geistliche von der benachbarten St. Dionysiuskirche. „Es freut uns, dass sie immer wieder zu Gemeindefesten, zum ökumenischen Pfingstgottesdienst oder wie jüngst anlässlich der Fronleichnamsprozession mit dabei sind“, sagte Pastor Joachim Kieslich.

Hervorgehoben wurde ebenso die Jugendarbeit des Posaunenchores. Für Anfänger stellt man Instrument und Unterricht kostenlos zur Verfügung. Besonders verdient gemacht hat sich in diesem Bereich Manfred Göhler. Er steht dem Posaunenchor seit Jahrzehnten vor.

Gewürdigt wurde am Jubiläumsabend auch Heinrich Imsieke. Der Tenorhornspieler bläst seit 1947 im Chor. In dieser Zeit der Wiedergründung des Belmer Posaunenchores – ihm war Musizieren in der NS-Zeit seit 1937 verboten worden – hatten Günter Stagge und der Pastorensohn Walter Heise maßgeblichen Anteil am Neuaufbau. Beide saßen zur Serenade unter den Zuschauern.

Der Kreisposaunenchor des Abends – das Fest fand wegen des späten Sommerferienbeginns zwei Monate eher statt – setzte sich aus verschiedenen Gemeinden des Altkirchenkreises GMHütte und des neu zugeschnittenen Kirchenkreises Osnabrück zusammen. Neben den Musikern aus Belm beteiligten sich Bläser aus Vehrte, Lüstringen, Hellern, Hasbergen, Oesede Hilter, GMHütte, Wissingen und St. Marien Osnabrück. „Da stimmen zwar die Grenzen nicht so ganz, aber das macht überhaupt nix“, merkte Superintendent Pannen mit einem Augenzwinkern an. „Hauptsache, Sie haben Freude am Musizieren.“