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Grenzdörffer gewinnt Amateurmeisterschaften Skater-Szene macht Station in Belm

Von Stefanie Preuin | 09.07.2014, 11:29 Uhr

Flips, Slides und Grinds vom Feinsten, Schürfwunden und zerschlissene Schuhe gab es am Jugendzentrum Gleis 3 an der Frankfurter Straße in Belm zu sehen. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, hätte bei den Amateurmeisterschaften im Skateboarding auf der Skateranlage dabei sein müssen.

Erst vergangenes Jahr wurde die Skateranlage am Jugendzentrum gebaut und war Austragungsort der Amateurmeisterschaften. Das bedeutete, dass nur diejenigen teilnehmen durften, die ungesponsert sind oder nur durch einen Skateshop unterstützt werden. 15 Teilnehmer aus Georgsmarienhütte, Ibbenbüren und Osnabrück waren am Start und präsentierten ihre besten Tricks. Dabei fuhr jeder gegen jeden – die U13 (unter 13 Jahre alt) war genauso vertreten wie die Ü-40-Generation (über 40).

„Ich habe vor 20 Jahren selbst bei Titus gearbeitet und habe angefragt. Ich kenne noch einige aus der Szene“, erzählt Marion Freericks vom Jugendzentrum. Die Bedingungen stimmten, also entschied man sich für Belm als Austragungsort.

Es ging um viel, schließlich wird die Amateurmeisterschaft an 30 verschiedenen Orten in Deutschland unter dem Namen „Titus Locals Only Competition“ ausgetragen. Wie wild fuhren die Skateboarder zum Warmmachen über die Anlage. Der „Panda“ zog lässig über die „Ledge“ und präsentierte seinen tätowierten Oberkörper. Auch die ganz jungen Teilnehmer versuchten sich an der „Quarterpipe“ und drehten ihre Runden über den Beton.

Dann wurde es ernst: Fünf Teilnehmer konnten sich für das Finale qualifizieren. Sie mussten in einer festgelegten Zeitspanne so viele gute Tricks zeigen wie möglich. Danach folgten Einzeltricks. Die Jury, bestehend aus den Profis Cedric Briede, Marius Kolkmeyer und Hendrik Kaczmarek, bewertete die Teilnehmer. So schoss sich Skateboarder „Sydney“ ins Aus, und auch der „Champ“ konnte nicht „clean“ landen. Der Jury entlockte es trotzdem ein „Nice try“, schließlich kämpften die jungen Männer ehrgeizig um eine Wildcard.

Dass es nicht nur für die Teilnehmer eine große Sache war, zeigte sich auch am Besuch von Bürgermeister Viktor Hermeler. Mit Krücken schlappte er zur Anlage, und man munkelte in der Szene, dass er beim Training für die Meisterschaften unliebsam gebremst wurde – „Nice try, Herr Bürgermeister“.

Schon während des Nachmittags zeichnete es sich ab: Till Grenzdörffer war nicht zu schlagen. Der 18-Jährige fährt zur Meisterschaft nach Dortmund und kämpft dort um den Titel „Titus Local of the Year 2014“. Seit acht Jahren übt der CognitiveScience-Student die unterschiedlichsten Tricks. Vor einem Jahr ist er für sein Studium nach Osnabrück gezogen. Mittlerweile ist die Skateanlage an der Liebigstraße sein bevorzugter „Spot“. Er beeindruckte unter anderem mit mehreren sauberen „360 Flips“. „Für den Gewinner gibt es das Rundum-sorglos-Paket“, erzählt Daniel Labude vom Titus-Laden in Osnabrück, „neben Kost und Logis bekommt er auch 200 Euro, Rollen, ein Skateboard und Kopfhörer. Er vertritt Osnabrück.“ Für die Belmer gab es aber nicht nur auf dem Beton etwas zu sehen, den Gehörgang beschallte Rockröhre Aileen Jaschinski mit ihrer Band „Favorite Excuse“. Die rockigen Töne waren ganz nach dem Geschmack der Skateboarder. Des Weiteren trat das „Splash Show-Team“ auf. In diesem Jahr gab es zwar keine Belmer Teilnehmer, aber nach dem Wettkampf arbeiteten sich die Jugendlichen fleißig am Skateboard ab. Der erste „Ollie“ wird kommen.