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„Eine ganz andere Welt“ Belmer Christian Hempen bei der WM in Brasilien

Von Benjamin Kraus | 10.07.2014, 18:19 Uhr

Zur Fußball-WM in Brasilien präsentieren wir Größen der lokalen Szene, die von ihren Erlebnissen berichten. Heute: Christian Hempen. Der 38-jährige Versicherungsbetriebswirt aus Belm – einst Niedersachsenpokalsieger mit Concordia Belm-Powe in der B-Jugend – hat bis zum Viertelfinale alle Spiele der deutschen Elf in Brasilien vor Ort im Stadion gesehen.

Herr Hempen, welche Eindrücke bringen Sie aus Brasilien mit?

Das WM-Flair generell, das einfach unbeschreiblich ist. Das äußert sich in speziellen Momenten – wie frühmorgens auf der Plattform der Christusstatue in Rio, als mexikanische WM-Fans den Gettoblaster angeschmissen und alle Frauen vor Ort zum Tanzen aufgefordert haben. Oder bei der Bootstour auf eine Insel, als die brasilianischen Strandverkäufer ihren Job eingestellt haben und in unser WM-Touristen-Fußballspiel Deutschland gegen Frankreich als dritte Kraft eingestiegen sind.

Fußball als Weltsprache, die verbindet?

Das kann man tatsächlich so sagen. An der Copacabana haben brasilianische Kinder unser Kreisspiel beobachtet. Mit Worten konnten wir das Prinzip, dass man den Ball nur einmal berühren darf, wegen der Sprachbarriere nicht erklären. Aber irgendwann hat es einer von ihnen kapiert und den anderen erklärt, sodass sie mitspielen konnten. So etwas bleibt einfach hängen als schöner Moment.

Was war Ihr sportliches Highlight vor Ort?

Das 4:0 gegen Portugal , ein super Auftakt ins Turnier. Aber auch der Spielort Salvador war der Hammer, die wunderbar geschmückte Altstadt mit Weltkulturerbe. Im Kontrast dazu Recife mit seinem Regenchaos, wo wir drei Stunden für unseren kurzen Weg zum Stadion eingeplant hatten und gerade zur Hymne angekommen sind. Porto Alegre im Süden war dagegen eine ganz andere Welt.

Wieso?

Das ist wie Europa: alles organisierter, geordneter und gesitteter. Da halten sogar die Autos bei Rot. Aber der Wirt in der Kneipe „Brecho do Futebol“ hat unseren VfL-Banner zu den anderen Fußball-Utensilien, die dort hingen, gern dazugenommen. Generell muss ich aber für das ganze Land sagen, dass ich mich stets sicher gefühlt habe und die Brasilianer immer freundlich und gut drauf waren.

Also gerne mal wieder mit der Nationalelf auf Tour?

Auf jeden Fall – zumal man vor Ort immer Leute trifft, die man von früheren Reisen wie zur WM 2010 in Südafrika oder der EM 2012 in der Ukraine – auch eine fantastische Zeit – noch kennt. Auch das macht das besondere Flair dieser Turniere aus.