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Die Landratskandidaten diskutieren über Autobahnbau und Wirtschaftsthemen Lückenschluss polarisiert das Podium

Von Stephanie Langer | 02.09.2011, 04:00 Uhr

Wie soll es in Zukunft mit der Wirtschaft im Landkreis Osnabrück weitergehen? Welche Entwicklungen sind geplant und möglich? Diesen und weiteren Fragen stellten sich die fünf Landratskandidaten bei einer Podiumsdiskussion in den AVO-Werken in Die Veranstaltung war gemeinsam von der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland initiiert worden.

Vertreter von Unternehmen aus dem gesamten Landkreis waren gespannt, was Annette Niermann (Grüne), Frank Stiller (SPD), Guido Halfter (parteilos, unterstützt durch die FDP), Michael Lübbersmann (CDU) und Andreas Maurer (Linke) im Falle ihrer Wahl auf die Agenda setzen würden. Die Fragen stellte Neue-OZ-Redakteur Stefan Prinz.

Thema Verkehr: Welche Projekte würden vom neuen Landrat vorangetrieben? Hier haben alle Kandidaten so einiges vor. Zentrales Anliegen von Lübbersmann ist der Ausbau der B51 in Belm. „Auch die Umgehungsstraße in Badbergen ist unausweichlich.“ Außerdem plädierte er für den sechsstreifigen Ausbau der A1, die Optimierung des Schienenverkehrs in Richtung Süden und „eine vernünftige Anbindung des Hafens in Bohmte“.

Annette Niermann kritisierte: „Die Verkehrsprobleme hier sind doch hausgemacht.“ Zwar hält auch sie den Ausbau des Schienensystems und des öffentlichen Nahverkehrs für wichtig, doch als Grünen-Politikerin setzt Niermann natürlich aufs Fahrradfahren. „Der Bau von Radschnellwegen wirkt sich auch positiv auf unsere Gesundheit aus.“ Zudem hole man so den Verkehr von den Straßen.

„Ihre Worte klingen idyllisch, aber mit dem Rad können Sie keine Logistik handeln“, konterte Halfter. Auf seiner Agenda ganz oben: der Lückenschluss der Autobahn 33 zur A1. Außerdem möchte Halfter die Verlängerung der Start-und-Lande-Bahn des Flughafens Münster/Osnabrück vorantreiben. „Da wohnt doch niemand, außer einem Flüsschen ist da doch nichts.“ Darüber hinaus würde ein Landrat Halfter auf Elektro-Mobilität setzen. Das sieht Konkurrent Stiller anders. „Mit E-Mobilität und Fahrrädern können Führungskräfte ihren Freizeitwert steigern. Aber diejenigen, die damals gegen den Ausbau der A33 in Dissen waren, fahren heute auch nicht mit dem Rad nach Osnabrück.“ Seine Pläne: die Ortsumgehung Belm („Falls da nicht eine seltene Fledermaus dazwischenkommt“) und der Lückenschluss Nord der A33. Maurer setzt auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, den A-33-Ausbau findet er überflüssig. „Wir brauchen eher eine Bahnstation in Alfhausen.“

Weiteres Thema: Welche Verbesserungsmöglichkeiten gibt es bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises? „Die Unternehmen brauchen konkrete Ansprechpartner, wenn sie bauen wollen“, meinte Lübbersmann. Zudem wolle er die Genehmigungsverfahren beschleunigen. Stiller warnte: „Man kann den Unternehmen nicht suggerieren, dass alles schneller laufen kann.“ Maurer will vor allem die Abläufe in der Ausländerbehörde („Ein bürokratisches Monster“) optimieren. Und Halfter? Die Behörden-Mitarbeiter arbeiten nach seiner Ansicht schon jetzt engagiert, konzentriert und kompetent. Auch Annette Niermann, selbst in der Stadtverwaltung tätig, verteidigte die Landkreis-Mitarbeiter. „Da bleibt nichts liegen, man ist nur eingeengt von den Gesetzen.“