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Belm Den guten Zweck vermitteln

14.07.2009, 22:00 Uhr

In Belm sorgt das Förderprogramm „Stärken vor Ort“ des Bundesjugendministeriums mit zwei vernetzten Projekten dafür, dass Jugendliche ihre Talente entfalten und ihre beruflichen Perspektiven verbessern können. Über das Vermittlungsbüro „N. E. T.“ sollen darüber hinaus auch alle anderen Altersgruppen die Potenziale des Förderprogramms nutzen.

Vor gut einem Jahr hat das Vermittlungsbüro des Gemeindejugendrings für Nachbarschaftshilfe, Ehrenamt und Taschengeldjobs, kurz N.E.T. genannt, seine Türen geöffnet. Während die Taschengeldjobs und die Ehrenamtsbörse bereits gut genutzt werden, ist die Nachbarschaftshilfe noch ein Sorgenkind des Vereins.

Das soll sich nun ändern: Mit erweiterten Öffnungszeiten, mehr Betreuung und besserer Vernetzung im Ort sollen die Möglichkeiten des N.E.T.-Büros bekannter gemacht und besser genutzt werden. Montags zwischen 10 und 12 Uhr und mittwochs zwischen 16 und 18 Uhr nehmen Saskia Schulz und Volker Schulz persönlich Anfragen und Angebote in der ersten Etage des Jugendzentrums Gleis 3 entgegen. Ihre Aufgabe besteht vor allem in der Vermittlung: Jugendliche, die zum Beispiel einen Taschengeldjob suchen, werden an Auftraggeber vermittelt, die jungen Menschen für eine bezahlte Tätigkeit suchen.

Ebenso läuft das Prinzip für die Ehrenamtsbörse. Nur das hier neben Jugendlichen auch ältere Altersgruppen angesprochen sind: Wer gern kocht, sich bei Festen um den Getränkeausschank oder die Kinderbetreuung kümmert, kann seinen Dienst anbieten und bei Bedarf von Vereinen, Kirchengemeinden oder sonstigen Institutionen engagiert werden.

In beiden Bereichen, Taschengeld und Ehrenamt, habe es im zurückliegenden Jahr bereits viele positive Rückmeldungen gegeben, berichtet die Vorsitzende des Gemeindejugendrings, Marion Freericks. So habe der Verein Pro Belmer Jugend bereits Ehrenamtliche beim Schnuppertag im Gleis 3 eingesetzt, eine Köchin koche dort regelmäßig mit den Jugendlichen, und auch für die Jubiläumsgala des Zirkus Belmelli sind durch die Ehrenamtsbörse Hilfskräfte gewonnen worden. In Zukunft sollen noch weitere Vereine, Kirchen und Gruppen darauf zurückgreifen.

Bei den Taschengeldjobs kann die Gemeinde Belm auf positive Erfahrungen zurückblicken: Das Faltblatt zum Belmer Kultursommer habe man in diesem Jahr zum Beispiel über Jugendliche verteilen lassen, berichtet Gemeindesprecher Dirk Meyer. Ein wichtiger Baustein der Taschengeldjobs sind die Reflexionsgespräche: „Die werden von den Jugendlichen sehr gut genutzt“, betont Marion Freericks. Nach der Vollendung des Jobs erfährt das N.E.T.-Büro, ob der Auftraggeber mit der Arbeit zufrieden war. Im Gespräch mit den Jugendlichen werden sowohl positive wie negative Punkte besprochen. Viele Auftraggeber seien bislang jedoch so zufrieden gewesen, dass sie für weitere Jobs konkret nach den gleichen Jugendlichen wieder gefragt hätten.

Die Nachbarschaftshilfe wurde noch nicht angenommen. Sie beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit: Was kann ich? Womit könnte ich anderen behilflich sein? Je nach den Tätigkeiten, die man sich als Antwort auf diese Fragen gibt, richten sich die Dienste, mit denen man sich in der Nachbarschaftskartei registrieren lässt. Gleichzeitig fragt man sich: Wobei brauche ich Hilfe? Das Büro bringt die Partner zusammen, bei denen sich Angebot und Nachfrage ergänzen.

Hier setzt auch das zweite Projekt an, das durch „Stärken vor Ort“ gefördert wird: Die Jugendlichen, die im neu gegründeten Juleica-(Jugendleiter-Card-)Netzwerk organisiert sind, sollen die Aufgabenbereiche des N.E.T.-Büros in ihren Sportvereinen, Kirchengemeinden und Jugendgruppen bekannter machen.

Das Juleica-Netzwerk hat sich bereits zum ersten Mal getroffen und einen Workshop zum Thema „Wie verhalte ich mich in Konfliktsituationen?“ vereinbart, der im Herbst stattfinden wird. Je nachdem, in welchen Bereichen die Jugendlichen Bedarf haben, sollen mehr oder weniger regelmäßig Referenten eingeladen werden, die sie im Rahmen der Netzwerk-Treffen bei ihrer Arbeit unterstützen.

Neben einer Verbindung zum Juleica-Netzwerk soll es beim N.E.T.-Büro auch langfristig eine „enge Kooperation“ mit der Gemeinde Belm geben, die momentan auf der Suche nach einem Ehrenamtslotsen ist. Interessierte können sich bei der Gleichstellungsbeauftragten Barbara Weber melden.