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Auch Evakuierung lief glatt Zwei Blindgänger in Belm erfolgreich entschärft

Von Hendrik Steinkuhl | 20.03.2016, 20:41 Uhr

Zwei Blindgänger, mutmaßlich aus dem Zweiten Weltkrieg, wurden am Sonntag in Belm erfolgreich entschärft. Sprengmeister Clemens Schulte und die Verantwortlichen von Gemeinde und den Hilfskräften waren mit dem Ablauf der Aktion hoch zufrieden. 

„Es ist alles hervorragend gelaufen, absolut reibungslos“, sagte Belms Bürgermeister Viktor Hermeler. „Und das ist auch deshalb besonders gut, weil ich das Gefühl habe, dass wir so eine Bombenräumung hier nicht zum letzten Mal erlebt haben.“

( Weiterlesen: Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen )

Zwei 250 Kilo-Blindgänger, mutmaßlich aus dem Zweiten Weltkrieg, galt es am Sonntag unschädlich zu machen. Die Entschärfung war von langer Hand geplant, zum ersten Mal öffentlich angekündigt hatte Hermeler die Bombenräumung beim Neujahrsempfang der Gemeinde Belm Anfang Januar. 

Da die beiden Blindgänger im Ortszentrum lagen (Ecke Waterloostraße/Ringstraße und Stettiner Straße), war das Evakuierungsgebiet entsprechend groß. 7000 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen, insgesamt leben im Ortsteil Belm 9000 Menschen. (Weiterlesen: Nur 191 Belmer im Evakuierungszentrum) 

Keine Probleme bei Evakuierung

Im Vorfeld hatte Belms Bürgermeister Viktor Hermeler immer wieder an die betroffenen Einwohner appelliert, ihre Häuser auch wirklich und zügig zu verlassen. Die wiederholten Appelle hatten einen Grund: Im Mai 2015 gab es zuletzt eine Bombenräumung in Belm, von der damals 3500 Anwohner betroffen waren. (Weiterlesen: Bombenentschärfung in Belm im Video) 

Einige Bürger weigerten sich damals, ihre Wohnungen zu verlassen und verzögerten die Bombenentschärfung damit erheblich. Die Belmer Feuerwehr musste damals drei Türen aufbrechen. Um solchem Ärger vorzubeugen, wurde in den betreffenden Straßenzügen dieses Mal gleich die Polizei eingesetzt - offenbar mit Erfolg, denn laut den Einsatzkräften gab es bei der Evakuierung dieses Mal keinerlei Probleme. 

Neben der Polizei waren zahlreiche ehrenamtliche Helfer im Einsatz, vor allem von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk. Insgesamt kümmerten sich 600 Personen darum, dass die Bombenräumung reibungslos ablaufen konnte. 

Entschärfung mit der Raketenklemme

Nachdem die Evakuierung abgeschlossen war, gingen Sprengmeister Clemens Stolte und sein Team ans Werk. Gegen 15.20 Uhr hatte Stolte die erste Bombe an der Stettiner Straße entschärft. 

Danach zog der Tross weiter zum Marktring, wo schließlich gegen 16.15 Uhr auch die zweite Bombe erfolgreich entschärft war. Im Gespräch mit unserer Redaktion entschuldigte sich Sprengmeister Stolte dann tatsächlich dafür, dass es so lange gedauert habe. „Die beiden Bomben lagen ziemlich weit auseinander, das tut uns leid, aber es ging nicht anders.“

Entschärft wurden beide Blindgänger mit der so genannten Raketenklemme. Mit dieser pyrotechnisch angetriebenen Schraubvorrichtung werden die Zünder so schnell herausgedreht, dass der Bolzen keine Chance mehr hat, eine Explosion auszulösen.

„Alles ging Hand in Hand“

Sprengmeister Clemens Stolte sagte, gerade bei der Bombe am Marktring sei er froh, dass er sie nicht habe sprengen müssen. „Hier ist ja direkt ein Einkaufszentrum.“

Mit dem Ablauf der Bombenräumung zeigte sich Stolte schließlich hoch zufrieden. „Es war prima, die Leute haben gut funktioniert, alles ging Hand in Hand.“