Klimabotschafter lädt ein Informationsabend zum Thema Fotovoltaik-Anlagen in Haltern

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Belm. Der Belmer Klimabotschafter Eberhard Eckert hatte in Haltern zum  Informationsabend über Solarenergie und Fotovoltaik-Anlagen eingeladen. Als Experten mit dabei waren Klimaschutzmanager Timo Kluttig vom Landkreis Osnabrück, Sven Kiesow von den Stadtwerken Osnabrück, Andreas Nixdorf von Innogy, Energieberater Dirk Brunsmann und Wolfgang Driehaus von der Bürgergenossenschaft Bineg in Bissendorf.

In folgenden Punkten waren sich Kluttig, Kiesow und Nixdorf einig: Größe ist bei Fotovoltaik-Anlagen nicht alles. „Früher war die Welt noch in Ordnung, da konnte man günstig produzieren und teuer verkaufen“, so Kiesow. Die hohen Einspeisevergütungen hätten damals dazu eingeladen, möglichst große Fotovoltaik-Anlagen auf die Dächer zu bauen. Doch seitdem die Einspeisevergütungen drastisch zurückgegangen sind, steht der Eigenverbrauch bei der Anschaffung und Nutzung einer Fotovoltaik-Anlagen im Vordergrund. Darüber hinaus wiesen die Fachleute auf die „Optimierung durch Verhaltensänderung“ hin, sprich Trockner, Spülmaschine und andere starke Verbraucher werden eingeschaltet, wenn viel Strom erzeugt wird oder entsprechend programmiert - Stichwort Smart Home. Auch Speichermöglichkeiten seien aktuell ein wichtiges Thema. „Autarkie ist für viele interessant“, berichtete Kluttig ergänzend. (Weiterlesen: Klimabotschafter: Mir liegen zwei Projekte in Belm im Magen)

Solarkataster und Rund-um-sorglos-Pakete

Zudem stellte Kluttig das Solarkataster des Landkreises vor: Mit dessen Hilfe können sich Hausbesitzer oder Mieter einen ersten Überblick darüber verschaffen, ob ein bestimmtes Gebäude für eine Fotovoltaik-Anlagen geeignet ist. Das Kataster zeigt in einer ersten Übersicht drei Stufen der Eignung. Außerdem gibt es einen Ertragsrechner auf Basis der heutigen Einspeisevergütung. Kiesow warb für das Stadtwerke-Produkt „Solar komplett“ als „All-in-one“-Paket, und Nixdorf für das „Innogy Home Power“-Solarpaket. Davon abgesehen war er überzeugt, dass die Zweitwagen künftig E-Autos seien werden: „Dann können sie mit dem Überschuss aus ihrer Fotovoltaik-Anlagen und mithilfe ihres Speichers ihr Auto tanken. Das ist in Sachen Wirtschaftlichkeit keine Zukunftsmusik.“

Fördermöglichkeiten und Erfahrungen

Brunsmann hingegen verwies auf die verschiedenen Sanierungsprogramme der KFW-Bank und der BFA-Basisförderung und betonte: „Es ist wichtig, dass die Förderung genau auf das Haus und den Bedarf abgstimmt ist.“ Und Driehaus war gekommen, um von seinen Erfahrungen als Mitglied der Bissendorfer Bürgergenossenschaft Bineg zu berichten, die ein Windrad betreibt. Zudem berichtete er als Privatmann, er habe sich nach dem Kauf eines Elektrowagens auch eine Fotovoltaik-Anlage auf sein Hausdach bauen lassen. Diese reiche aus, um „Plus-Minus-Null“ den Autostrom zu produzieren, verkündete er begeistert.

Belmer fragen nach

Die Belmer hörten konzentriert zu und stellten allerlei konkrete Fragen: Neben der Wirtschaftlichkeit und steuerrechtlichen Aspekten, ging es unter anderem darum, wie eine Anlage von verschiedenen Parteien eines Hauses genutzt werden kann. Und auf die Frage, ob Fotovoltaik-Anlagen geputzt werden müssen, antwortete Nixdorf, dafür hätten Handwerker bei Bedarf spezielle Reinigungsmaschinen.


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