Spontaner Ortstermin Belmer Bildungsausschuss besucht „Roten Platz“

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Belm. Der Bildungsausschuss der Gemeinde Belm hat in der aktuellen Sitzung einen spontanen Ortstermin am Hartgummi-Fußballfeld „Roter Platz“ absolviert. Grund waren die Klagen zahlreicher Jugendlicher über den Zustand des Geländes.

Auf der Tagesordnung stand unter Punkt sieben lediglich „Unterschriftenaktion ‚Roter Platz‘ des Gemeindejugendrings“. Am Ende einer manchmal turbulenten Sitzung bekannte Kämmerer Marcus Hensing, dass die Verwaltung nun mit zahlreichen Forderungen konfrontiert worden sei, von denen die Gemeinde im Vorfeld gar nichts gewusst habe. 

Einwohnerfragestunde

Doch von vorne. Nachdem sich die Mitglieder des Bildungsausschusses zunächst im Belmer Kindertreff versammelt hatten, um dort über dessen aktuelle Situation informiert zu werden, zog der Tross weiter ins Jugendzentrum Gleis 3. Dort meldete sich in der Einwohnerfragestunde zunächst der ehemalige Ratsherr Franz Klenke, der als Vertreter des Gemeindejugendrings das Wort ergriff.

Zweiter Basketballkorb erwünscht

„Später in der Tagesordnung kommt vermutlich der Vorschlag, dass das Beachvolleyballfeld am ‚Roten Platz‘ wiederhergestellt wird. Das ist allerdings ein Vorschlag, den nicht alle gut finden.“ Konkreter wurde danach die Belmer Jugendpflegerin Marion Freericks. Nach dem Wunsch der Jugendlichen solle das Beachvolleyballfeld aufgegeben werden. Stattdessen wünsche man sich gegenüber dem einzelnen Basketballkorb neben dem Hartgummi-Platz einen zweiten Korb. „Dann können die Jugendlichen zwei Mannschaften bilden und gegeneinander spielen.“

Bälle fliegen in die Vorgärten

Bislang sei das nur auf dem Hartgummi-Platz möglich – doch dann könne dort parallel kein Fußball gespielt werden. Nach Freericks‘ Ausführungen meldeten sich einige Jugendliche zu Wort und bestätigten das von der Jugendpflegerin vorgetragene Ansinnen. Doch damit nicht genug: Die Jugendlichen beklagten sich außerdem massiv darüber, dass am Hartgummi-Platz kein Zaun beziehungsweise Fangnetz installiert sei. „Das ist ohne Sinn!“, sagte einer der Jugendlichen. „Die Bälle fliegen ins Gebüsch und gehen kaputt, oder sie fliegen in die Vorgärten der Nachbarn, und es gibt Konflikte.“ Diese Forderung gebe es schon seit Jahren, so die Jugendlichen weiter, und sie würden nicht verstehen, warum die Gemeinde darauf bislang nicht reagiert habe. „Also ich bin seit vielen Jahren im Rat und höre davon heute zum ersten Mal“, antwortete darauf SPD-Ratsherr Erwin Schröder. Das gleiche sagte Bernhard Strootmann (CDU).

Verdächtige Plastiktütchen

Auf den Vorschlag des Vorsitzenden Jens Glatzel (CDU) machte sich der Ausschuss schließlich spontan auf den Weg zum „Roten Platz“, um die beschriebenen Missstände in Augenschein zu nehmen. Vor Ort wies Jugendpflegerin Marion Freericks zunächst auf die zahlreichen kleinen Plastiktütchen hin, die überall auf dem Boden herumlagen und als eindeutiges Anzeichen für Cannabis-Konsum gewertet werden dürfen. Gekifft werde bevorzugt auf einer Bank in einiger Entfernung des Spielfeldes, so Freericks. Da die dort versammelten Personen häufig jüngere Jugendliche beschimpften, solle man vielleicht darüber nachdenken, die Bank umzusetzen, was im Ausschuss auf Zustimmung traf.

Keine endgültigen Aussagen

Ob die anderen Wünsche der Jugendlichen erfüllt werden, darüber konnten die Rats- und Verwaltungsmitglieder noch keine endgültigen Aussagen treffen. Der Ausschussvorsitzende Jens Glatzel beendete Ortstermin und Sitzung mit den Worten: „Es wird sicherlich etwas passieren, aber erwartet bitte in den nächsten zwei, drei Monaten keine Wunder.“


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