Konzept wird überdacht Hervorragende Stimmung bei der 21. Icker Moultied

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Heinrich Dieckmann und Josef Holtmeyer bedanken sich beim langjährigen Star der Icker Mahlzeit, Heini Schawe (von links). Foto: Hendrik SteinkuhlHeinrich Dieckmann und Josef Holtmeyer bedanken sich beim langjährigen Star der Icker Mahlzeit, Heini Schawe (von links). Foto: Hendrik Steinkuhl

Belm. Seit 1996 feiern die Ickeraner Vereine ihre Icker Moultiet, up Hauchdütsk „Icker Mahlzeit“. Bei Bratkartoffeln und Burgunderschinken gab es wie gewohnt eine Mischung aus Musik und plattdütske Vertelsel - in dieser Form allerdings möglicherweise zum letzten Mal.

Seit 1996 feiern die Ickeraner Vereine ihre Icker Moultiet, up Hauchdütsk „Icker Mahlzeit“. Bei Bratkartoffeln und Burgunderschinken gab es wie gewohnt eine Mischung aus Musik und plattdütske Vertelsel – in dieser Form allerdings möglicherweise zum letzten Mal.

„Ob in dieser Form oder in einer etwas anderen: Die Icker Mahlzeit wird es weiterhin geben!“ Mit diesen Worten wandte sich Josef Holtmeyer an die Besucher im Icker Schützenhaus, von denen die meisten sichtlich verwundert waren. Hatte irgendjemand das Gegenteil behauptet? Offensichtlich schon. Tatsächlich, so Organisator Holtmeyer im Gespräch mit unserer Redaktion, denke man darüber nach, das Konzept der Icker Mouldtied zu ändern. Die Besucherzahlen würden leicht zurückgehen, das Plattdeutsch schrecke vermutlich viele potenzielle jüngere Besucher ab, die mit dem Dialekt nichts anfangen können.

Vielleicht ein Treffpunkt Icker

„Vielleicht ziehen wir das Ganze im nächsten Jahr etwas anders auf, vielleicht heißt es dann auch ‚Treffpunkt Icker‘ oder ähnlich“, sagte Holtmeyer zum Publikum. „Aber die Veranstaltung wird es definitiv weiter geben!“ 

Die prächtige Stimmung hätte auch jede andere Entscheidung unverständlich erscheinen lassen. Das abwechslungsreiche Programm begeisterte. An erster Stelle ist dabei die Folklore-Gruppe „Kalinka“ zu nennen, mit Hits wie „Bei mir bist du schön“ oder „Tico Tico“ umrahmten sie den Abend.

Welchen Stellenwert die Moultied genießt, dokumentierten auch die politischen Gäste, unter denen Michael Lübbersmann der prominenteste war. Da der Landrat allerdings ein wenig auf sich warten ließ, teilte Moderator Heinrich Dieckmann dem Publikum seine Sorge mit, der Stargast könne es womöglich nicht mehr zum Essen schaffen. „Und der ist doch schon so mager!“ Am Ende kam Lübbersmann doch noch rechtzeitig zur deftigen Verköstigung mit Fleisch, Kohl und Kartoffeln.

Hermeler spricht Münsterländer Platt

Für gute Unterhaltung sorgte Belms Bürgermeister Viktor Hermeler, der eine Ansprache in seinem Heimat-Idiom, dem Münsterländer Platt hielt. Hermeler erklärte mit Blick auf die Gemeinderatswahl augenzwinkernd, dass man auf diese eigentlich hätte verzichten können. „Det löb doch ganz gut bi uns in Belm.“ Viel tiefer stieg er in das Thema nicht ein, denn an einem Abend wie diesem gelte doch schließlich das Motto: „Sauf dich dun und fress dich dick, und halt dat Maul mit Politik!“

Höhepunkt des Abends war der offizielle Abschied von Heini Schawe, der das Publikum der Icker Moultied stets mit siene Vertelsel unterhalten hatte. Seinen Rückzug hatte Schawe schon im vergangenen Jahr angekündigt.

Heinrich Dieckmann und Josef Holtmeyer verabschiedeten ihren plattdütsken Star-Redner, der ein letztes Mal ans Rednerpult trat, mit vielen warmen Worten. „Ich habe mir extra einen Hut geliehen“, sagte Holtmeyer, nachdem er sich eine Schiebermütze aufgesetzt hatte. „Nach so vielen Jahren wollte ich einmal sagen: Heini, ich zieh‘ den Hut vor dir.“


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